05.05.2021 08:15 |

Täter (18) verhaftet

Brasilien: Tote bei Messerangriff auf Kinderkrippe

Im Süden von Brasilien hat ein 18-Jähriger in einer Kinderkrippe drei Kinder und zwei Betreuerinnen getötet. Der junge Mann sei am Dienstag mit einem messerartigen Gegenstand in die Kinderkrippe „Aquarela“ der kleinen Gemeinde Saudades im Bundesstaat Santa Catarina eingedrungen und habe auf die Anwesenden eingestochen, sagte ein Sprecher der Militärpolizei der Region der Deutschen Presse-Agentur. Ein weiteres Kind sei verletzt worden.

Zunächst war von zwei getöteten Kindern die Rede gewesen, später erklärte der Bürgermeister von Saudades, Maciel Schneider, im brasilianischen Fernsehen, den Tod eines dritten Kindes. Vor Ort habe sich ein Bild des Schreckens geboten, zitierte das Nachrichtenportal „G1“ die Bildungssekretärin der Gemeinde, Gisela Hermann. Laut einer Zeugenaussage versteckten Betreuerinnen Kinder im Wickelraum und verriegelten die Tür. Die getöteten Kinder waren laut „G1“ unter zwei Jahre alt.

Gouverneurin rief drei Tage Trauer aus
„Es ist der traurigste Tag unserer Geschichte“, sagte Bürgermeister Schneider, der im Fernsehen weinte, als er über die Ereignisse sprach. „Wir wissen nicht recht, wie wir uns verhalten sollen. Es ist meine erste Amtszeit, ich bin 35 Jahre alt, habe auch ein kleines Kind. Da beginnt sich ein Film im Kopf abzuspielen.“ Die Betreuung wurde für eine Woche ausgesetzt, die Gouverneurin des von deutschen Einwanderern geprägten Bundesstaates Santa Catarina rief drei Tage Trauer aus.

Bisher sei nicht bekannt, ob der Angreifer psychologische Probleme oder ein spezielles Motiv gehabt habe, so der Polizeisprecher. Nach einem Bericht der Zeitung „Folha de S. Paulo“ hatte er keine Vorstrafen und auch nicht die Vorschule besucht. Allerdings soll der Jugendliche, der noch vor Ankunft der Polizei von Anwohnern überwältigt wurde, unter Mobbing gelitten haben.

Eltern des Täters stehen unter Schock
Die Eltern des Angreifers, der sich selbst schwer verletzte und der ins Krankenhaus von Chapecó gebracht wurde, standen unter Schock. Die Polizei suchte in seinem Zuhause in dem 10.000-Einwohner-Ort - und vor allem auf dem Computer - nach Hinweisen auf die Tat.

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