Hohe Zeitguhaben

Patienten aus den Spitalsambulanzen raushalten

In Oberösterreichs Landesspitälern haben sich per Ende 2019 stolze 2,8 Millionen Stundenguthaben beim Personal angehäuft. Ende 2020 werden es noch mehr gewesen sein, aber da fehlt der aktuelle Status noch. Spitalsärztevertreter Harald Mayer meint, es würde helfen, Patienten aus den Spitalsambulanzen rauszuhalten

Von den 2,8 Millionen Guthabensstunden Ende 2019 in den Häusern der OÖ Gesundheitsholding entfällt die Hälfte auf das Pflegepersonal, 427.504 davon hatte das ärztliche Personal angehäuft. Dr. Harald Mayer, Spitalsärztevertreter in der Ärztekammer, reagiert auf unseren Bericht darüber so: „Die Zahlen will ich in keinster Weise in Frage stellen. Aber ich würde das Pferd von der anderen Seite her aufzäumen. Das ist einfach das Zeichen dafür, dass die Spitalsambulanzen auch mit Kranken konfrontiert werden, die nicht zu uns gehören. Sondern die in die Hausarztpraxis gehören.“

Eine bessere Patientensteuerung sollte daher eine der Lehren auch aus der Pandemie sein, sagt Mayer: „Es sollte als gesellschaftliche Übereinkunft gelten: Als Erstes geht man zum Hausarzt. Der sagt einem, wenn er denjenigen nicht selber weiterbehandeln kann, wo er hingehen soll.“ Denn, so Mayer: „Wahrscheinlich kann eine nicht unwesentliche Zahl der Fälle in den Ambulanzen in der gleichen Qualität der niedergelassene Hausarzt versorgen. Man sollte mit der Ressource Gesundheitsversorgung sorgfältiger umgehen!“

Werner Pöchinger
Werner Pöchinger
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Donnerstag, 13. Mai 2021
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