Der Große Ahornboden im Engtal, eines der beliebtesten Ausflugsziele Tirols, ist ein Kuriosum: Er liegt auf österreichischem Staatsgebiet, ist aber per Fahrzeug nur über Bayern zu erreichen. Die wichtigste Zufahrtsstraße von Tirol aus führt über die Dammkrone des Sylvensteinstausees. Und diese muss wegen Sanierungsarbeiten 2012 komplett gesperrt werden.
Dies lässt bei den Gemeinden Vomp und Eben und bei den zahlreichen Gastbetrieben im Engtal die Alarmglocken schrillen. Denn sie müssen für acht Monate gewaltige Umwege über die Autobahn Holzkirchen/Kufstein bzw. über das Tegernseetal in Kauf nehmen. "Das bedeutet neben dem Zeitverlust einen sehr großen finanziellen Mehraufwand für die Betroffenen und ist daher aus Sicht der Marktgemeinde Vomp jedenfalls unzumutbar", macht Bürgermeister Karl-Josef Schubert in einem Schreiben an die bayerische Staatskanzlei klar.
1,4 Millionen Euro Mehrkosten
407 Personen in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Tourismus und Wohnbevölkerung sind insgesamt betroffen. In einer Aufstellung haben sie die Mehrkosten berechnet: 1,4 Millionen Euro. Lkw-Fahrten verteuern sich um bis zu 70 Prozent.
Zudem liege noch kein Sonderalarmplan für die medizinische Versorgung, die Feuerwehr, Rettung sowie des Katastrophenschutzes insgesamt vor, sagte Bürgermeister Schubert. "Wir fordern, eine kürzere Umfahrung der Baustelle zu prüfen bzw. diese mit Behelfsbrücke oder Notwege zu realisieren."
von Philipp Neuner, Tiroler Krone
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