Behörde will prüfen

Tirol Milch: Fusion mit Bergland könnte sich verzögern

Tirol
12.01.2011 14:12
Die genossenschaftlich organisierten Molkereien Tirol Milch und Berglandmilch wollen eine vertiefende Prüfung ihrer Fusion durch die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) abwenden. Derzeit sei man darum bemüht, die Bedenken von BWB und Bundeskartellanwalt auszuräumen, hieß es am Mittwoch aus Unternehmenskreisen. Falls es dabei zu einer Einigung komme, würde sich die zweite Phase der Prüfung erübrigen.

Der Zusammenschluss wurde am 3. Dezember angemeldet. Seitdem sei bereits geprüft worden. BWB und Bundeskartellanwalt hätten sich aber für eine vertiefende Prüfung ausgesprochen und einen Prüfungsantrag beim Kartellgericht gestellt. Die Molkereien hätten zunächst noch die Möglichkeit ihre Position darzulegen, offene Fragen zu beantworten und bestehende Bedenken zu zerstreuen. Dies würde derzeit laufend passieren, hieß es. Für die von der BWB beantragte vertiefende Prüfung hat das Kartellgericht fünf Monate Zeit.

Dinkauser: Steuergelder zweckentfremdet?
Die liste fritz hat am Mittwoch erneut die Übernahme der genossenschaftlich Tirol Milch durch die Berglandmilch kritisiert. In den letzten Jahren seien knapp 23 Millionen Euro Steuergeld an das genossenschaftlich organisierte Unternehmen geflossen. "Wenn jetzt aber ein anderer Konzern die Tirol Milch und mit ihr die Marke Tirol schluckt, ist zu überlegen, ob diese Steuergelder nicht zweckentfremdet werden und eigentlich zurückzufordern sind", erklärte Fritz Dinkhauser.

Die oberösterreichische Berglandmilch, derzeit größte Molkerei Österreichs, verarbeitete 2009 rund 906 Millionen Kilo Milch und verzeichnete einen Umsatz von 604 Millionen Euro. Der Umsatz der Tirol Milch, Nummer vier auf dem österreichischen Markt, betrug im selben Jahr 136,2 Millionen Euro.

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