Mit dem Neujahrsempfang der Industriellenvereinigung Tirol wurde am Dienstag – am 11.1.2011 – das politische Jahr eröffnet. Alles, was in Tirol Rang und Name hat, war wieder dabei. Höhepunkt war die jährliche Rede von IV-Präsident Reinhard Schretter. Waren seine letztjährigen Ausführungen von Mut und dem Blick über den Tellerrand geprägt, so war es heuer die Ungeduld. Die Tiroler Industrie habe sich wieder erholt – mit den 39.500 Mitarbeitern wurden 8,7 Milliarden Euro erwirtschaftet, 5,3 Milliarden davon im Ausland. "Auch wenn Energie, Rohstoffe, Währung oder auch das Nachlassen der Nachfrage in China den Optimismus trüben könnten – wir haben die Hausaufgaben erledigt", sagt Schretter.
Selbiges fordert er auch von der Politik. "Die Ungeduld über vertane Chancen steigt bei allen an der Zukunftsfähigkeit unseres Landes Interessierten bedenklich an. Man hat nicht immer das Gefühl, dass das Wichtige vor das Bequeme gestellt wird", fordert Schretter die längst überfällige Strukturreform ein.
Verwaltungsreform nur Worthülse
"Nur ein effizienter Staat ermöglicht auf Dauer soziale Sicherheit. Es ist ermüdend und erfüllt mit wachsender Ungeduld, aber das Wort Verwaltungsreform scheint bloß eine Worthülse zu bleiben. Dabei sehnen sich auch tüchtige Beamte nach effizienteren Verwaltungsstrukturen", so IV-Präsident Schretter, der sich auch vorstellen kann, dass künftig Gemeinden zusammengelegt werden.
Noch ein abschließendes Wort zum geplanten, vorgezogenen Erschließungsbeitrag: "Ich hoffe sehr, dass nicht jene Unternehmen bestraft werden, die vorausschauend für Betriebserweiterungen geplant haben!"
von Markus Gassler, Tiroler Krone
Bild (von links): Christoph Gerin-Swarovski, IV-Präsident Schretter, IV-Geschäftsführer Josef Lettenbichler und Markus Dax, Junge Industrie.
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