Breitfuß hat im vergangenen Winter Tausende Skiunfälle, deren Folgen er mit seinem Team behandeln musste, analysiert. Dabei kam für den erfahrenen Chirurgen das erstaunliche Ergebnis an den Tag, dass die am häufigsten verletzte Körperregion der Kopf ist. Breitfuß: "Ziemlich genau 50 Prozent der Opfer hatten Verletzungen im Schädelbereich erlitten." Erst auf Rang zwei in der Liste folgen Schulter- und Oberarmverletzungen vor Wirbelsäulenverletzungen. Interessant: Der sogenannte "Skihaxen" spielt nur noch eine untergeordnete Rolle, wobei hier die Materialfrage verbesserter Skibindungen eine positive Rolle spielen dürfte.
Rodler oft ohne Helm
Während bei den Skifahrern – bei 54,2 Prozent der Opfer musste operiert werden – die Helmquote schon sehr hoch ist, verzichten Rodler größtenteils auf dieses mitunter lebensrettende Utensil. Breitfuß: "Laut unserer Studie trugen 85,4 Prozent der verunfallten Skifahrer einen Helm, Kinder tragen ihn fast zu 100 Prozent. Hingegen machen mir die Rodler große Sorgen. Die meisten verzichten auf einen Kopfschutz. Dabei werden auch bei einem Sturz mit der Rodel unheimliche Kräfte frei. Ich weiß von einem Fall, bei dem der Rodler gegen einen Baum prallte. Er hatte zum Glück einen Helm auf, den es beim Unfall gespalten hat. Hätte das Opfer darauf verzichtet, hätte es wahrscheinlich nicht überlebt."
Kinder oft Unfallopfer
Auch den Rodelsport hat Breitfuß in einer Studie untersucht: "42 Prozent der Behandelten hatten schwere, 58 Prozent leichte Verletzungen erlitten. 20 Prozent der Patienten mussten operiert werden", sagt der Mediziner. 65,2 Prozent der Opfer sind jünger als 35 Jahre, Kinder stellten mit 30 Prozent die größte Gruppe der Verunfallten dar. Gerade deshalb sei es wichtig, dass die Eltern darauf achten, dass die Kinder einen Helm tragen. Übrigens: Rodeln mit dem Kopf voraus ist Unfug und kann selbst den Helmträgern schwerste Verletzungen zufügen…
von Günther Krauthackl, Tiroler Krone
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