Aus dem Nachbarbundesland droht einmal mehr Unheil, denn in Tirol hat sich die Mutation E484K in die britische Variante „eingeschlichen“. Rund 1800 Fälle dieser Fluchtmutation wurden bereits gezählt.
Die AGES spricht von einer erhöhten Infektiosität und deutlich schwereren Krankheitsverläufen. „Wie gefährlich die Fluchtmutation wirklich ist, wissen wir nicht“, sagt Armin Fidler, Mitglied der Coronakommission. Bereits mehr als die Hälfte der Tiroler Fälle sind jedenfalls auf E484K zurückzuführen. Die Fluchtvariante sorgt offenbar auch dafür, dass sich das Virus der Immunantwort durch Impfungen entziehen kann. Was wiederum die Frage aufwirft, inwieweit Impfstoffe noch wirken.
Kapitel noch lange nicht abgeschlossen
„E484K ist sicher eine der Varianten, die man mit Sorge betrachten muss. Richtig Probleme macht derzeit aber nur die brasilianische Variante. Das ist in Indien ganz eindrücklich zu beobachten“, sagt Christian Bernhard, ehemaliger Gesundheitslandesrat und Mitglied des Impfteams. Es sei richtig, sich trotz möglicherweise herabgesetzter Wirksamkeit impfen zu lassen. „Eine Impfung bietet einen guten Schutz vor Covid-19-Erkrankungen. Und nicht zuletzt war ja die südafrikanische Variante, die E484K aufweist, Grund für die Impfaktion in Schwaz.“ Bernhard rechnet damit, dass das Kapitel Covid-19 noch lange nicht abgeschossen ist. „Wir werden wohl mit den Mutationen und angepassten Impfstoffen leben müssen.“
Schlimmer wäre es, wenn die Tiroler nicht zum Einkehren kommen und stattdessen Privatgelage veranstalten würden
Christian Bernhard
Gastro-Tourismus
Was die brasilianische Variante und die Fluchtmutation aus Tirol angeht, gibt der Mediziner Entwarnung. „In Vorarlberg gibt es bisher keine Fälle.“ Die Gefahr, dass die scharenweise einfallenden Gastro-Touristen aus Tirol die Fluchtvariante einschleppen, sieht Bernhard nicht. Schließlich müsste bei der Einreise ins Ländle ein negativer Test vorgelegt werden. „Es ist richtig, dass die Antigentests eine eingeschränkte Verlässlichkeit haben, allerdings gelten in den Gasthäusern bekanntlich strenge Regeln.“ Und im Fall der Fälle ließen sich Infektionen über die Registrierung zurückverfolgen. „Schlimmer wäre es, wenn die Tiroler nicht zum Einkehren kommen und stattdessen Privatgelage veranstalten würden“, merkt Bernhard an. Welche Folgen diese haben können, zeigt sich ja gerade im Bregenzerwald.
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