20.04.2021 08:30 |

Opfer in Lebensgefahr

Zu gefährlich: Keine Erhebung nach Lawinenunglück

Nach dem schweren Lawinenunglück von Samstag in Matrei in Osttirol mit einem Todesopfer kämpft der zweite Verunglückte an der Innsbrucker Klinik um sein Leben. Der 48-jährige Mann liegt nach wie vor in kritischem Zustand auf der Intensivstation. Die Experten des Tiroler Lawinenwarndienstes haben ausnahmsweise auf eine Unfallerhebung vor Ort verzichtet - zu gefährlich, heißt es!

Triebschnee in extremem Steilgelände war den beiden erfahrenen Tourengehern aus Matrei am Großen Zunig (2776 m) am Samstag zum Verhängnis geworden. Für den 49-Jährigen kam jede Hilfe zu spät, sein Kollege wurde mit schwersten Verletzungen in die Innsbrucker Klinik geflogen.

Zwar waren beide Alpinisten von der Lawine nicht verschüttet worden, sie haben sich aber beim Absturz über steiles Felsgelände die tödlichen bzw. schweren Verletzungen zugezogen. Eine bittere Bestätigung dafür, dass Lawinentod nicht zwangsläufig Tod durch Ersticken bedeuten muss.

Üblicherweise fliegen die Experten des Tiroler Lawinenwarndienstes am Tag nach schweren Unfällen zum Unglücksort, um den Lawinenabgang genau zu analysieren. Dieses Mal fiel die Analyse aus.

Extreme Exponiertheit
„Nähere Erhebungen vor Ort werden primär aufgrund der Exponiertheit des Geländes unsererseits nicht durchgeführt“, heißt es im Blogeintrag des Lawinenwarndienstes vom 18. April. Übersetzt bedeutet die Formulierung: Die Unfallerhebung in dem extrem steilen Gelände am Großen Zunig wäre für Patrick Nairz und Co. schlicht und einfach zu gefährlich gewesen.

Neuntes Todesopfer
Die Statistik weist das Todesopfer von Matrei nüchtern als neunten Lawinentoten im Winter 2020/2021 aus. „Im langjährigen Durchschnitt verzeichnen wir zwölf Lawinentote pro Winter“, informiert Rudi Mair, der Leiter des Tiroler Lawinenwarndienstes.

Vom zu Ende gehenden Winter bleibt besonders das Wochenende um den 30./31. Jänner in negativer Erinnerung. Von Samstag bis Montag starben fünf Personen unter Lawinen - darunter ein Jugendlicher. Die Saison ist freilich noch nicht zu Ende.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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