18.04.2021 16:15 |

Nachhaltig

Lungauer Biosphärenpark punktet in der Pandemie

Während sich Wirtschaft und Natur oft gegenseitig einschränken, geht der Lungau seit neun Jahren einen gemeinsamen Weg. Als Biosphärenpark entwickelt sich die Region im Einklang mit der Umwelt. In Zeiten der Pandemie erlebt der nachhaltige Lebensraum einen Boom – und profitiert davon auch wirtschaftlich.

Erhalten, entwickeln und partizipieren – das sind die Leitlinien des Lungaus, der seit 2012 gemeinsam mit den Kärntner Nockbergen ein UNESCO Biosphärenpark ist. Eine Auszeichnung, auf die die Bevölkerung stolz ist. Gerade deshalb funktioniert das Konzept so gut. „Während beim Nationalpark an erster Stelle der Naturschutz steht, stellt der Biosphärenpark den Menschen in den Mittelpunkt“, erklärt Biosphärenpark-Manager Markus Schaflechner. Seit dem Vorjahr ist er auch Geschäftsführer des Regionalverbands – bei ihm laufen also alle Fäden der regionalen Entwicklung zusammen.

Fakten

  • Seit Juli 2012 ist der gesamte Salzburger Lungau gemeinsam mit den Kärntner Nockbergen ein UNESCO Biosphärenpark. Es ist der jüngste und größte Biosphärenpark Österreichs.
  • Dabei handelt es sich um ein Großschutzgebiet, das eine weltweit einzigartige Natur- und Kulturlandschaft repräsentiert. Biosphärenparks führen den Beinamen „Modellregion für nachhaltige Entwicklung“.
  • Es werden Projekte aus sechs Handlungsfeldern umgesetzt: Land/Wirtschaft, Tourismus, Natur/Raum, Bildung/Forschung, Energie/Mobilität und Soziales/Kultur.
  • Der Biosphärenpark Lungau und Kärntner Nockberge erstreckt sich auf einer Fläche von 1498 Quadratkilometern, davon 1020 im Lungau.
  • Der Biosphärenpark gliedert sich in drei Zonen: Kernzone (Schutzgebiete, die als naturnahe Lebensräume erhalten und erforscht werden), Pflegezone (Schutzzonen zum Erhalt von spezieller Natur- und Kulturlandschaft) und Entwicklungszone (Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum der Bevölkerung).
  • Aktuell gibt es weltweit 699 Biosphärenparks in 120 Ländern - davon drei in Österreich.

Nachhaltigkeit punktet auch bei den Touristen
Im Biosphärenpark leben, arbeiten und wirtschaften die Lungauer im Einklang mit der Natur. Dabei steht jedes Jahr ein straffer Projektplan an: So zeichnet der Biosphärenpark etwa tier- und pflanzenfreundlich gestaltete Gärten aus. Gleichzeitig bietet er Sternenwanderungen an oder erforscht auch alte Getreidesorten.

Auch mit ihrem „sanften Tourismus“ punktet die Region. Im Corona-Sommer 2020 wurde das Naturjuwel regelrecht gestürmt: Während die Nächtigungen in der Stadt Salzburg einbrachen, verzeichnete der Lungau im August sogar ein leichtes Plus. Die Almhütten im Biosphärenpark waren ein beliebtes Ziel bei Wanderern, Erholung in der Natur ist gefragter denn je. Das spielt dem Lungau auch wirtschaftlich in die Karten. „Absolut. Da haben wir als Region den richtigen Schritt gesetzt. Ich hoffe, dass die Nachhaltigkeit für die Touristen nicht nur eine Worthülse im Urlaub ist, sondern dass sie als Lehre aus der Pandemie übrig bleibt“, erkennt auch der Bürgermeister von Mauterndorf, Herbert Eßl, den Urlaubstrend.

Aus historischem Stadel wird Besucherzentrum
In seiner Gemeinde wird der Biosphärenpark demnächst erlebbar: Im alten Getreidespeicher der Burg Mauterndorf ist auf 1200 Quadratmetern eine Ausstellung, ähnlich dem Nationalparkzentrum in Mittersill, geplant. Das Land hat das Gebäude bereits angekauft, jetzt wird geplant. Die Eröffnung wäre frühestens Ende 2024 möglich.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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