Am 8. Oktober 2010 musste das Hotel Alpenkönig in Reith bei Seefeld seine Pforten schließen. 22 Millionen Euro Schulden erdrückten den Betrieb. Hinzu kam, dass das komplexe Eigentümer Gewirr – es gibt rund 90 Anteilseigner – den Betrieb in wirtschaftlichen Belangen manövrierunfähig machte. Die Hauptakteure hinter dem Finanzschlamassel sind Immobilienunternehmer Udo Wanner und der Rechtsanwalt Wolfgang Walser. Beide befinden sich in Privatkonkurs.
Wanner: "Alpenkönig wird wieder öffnen"
Die schiefe Finanzlage schmälert Wanners Optimismus aber nicht: "Der Alpenkönig wird wieder aufsperren, wir sind in Verhandlungen mit einem Investor. Privatkonkurs habe ich nur anmelden müssen, weil ich Haftungen für den Alpenkönig unterzeichnet habe. Privat habe ich nur ein paar Hunderttausend Euro Schulden", so Wanner vor Tagen zur "Krone". Diesen Optimismus verstreut Wanner auch unter den einstigen Mitarbeitern des Alpenkönig. Viele von ihnen bewohnten die Personalhäuser und tun dies weiterhin. Das Problem: Die Personalhäuser sind nicht mehr in Besitz von Wanner.
Strafanzeige gegen Wanner
Das Personalhaus 3 gehört der Hypo Alpe Adria. Wanner verkaufte die Liegenschaft vor Jahren an die Bank um 1,3 Millionen Euro und leaste das Haus zurück. Leasingraten zahlte er nie, das damals nachlässige Management der Bank schaute jahrelang zu und ließ Leasing-Offenstände von fast 500.000 Euro zusammenkommen. Wanner kassierte nebenher satte Mietbeträge. Die Hypo erstattete nun Strafanzeige gegen Wanner! Das Tiroler Landeskriminalamt ermittelt – es gilt die Unschuldsvermutung.
Die Hypo will das Haus nun in Besitz nehmen und verkaufen. Die (nicht gemeldeten) "Mieter" weigern sich jedoch auszuziehen. "In dem Haus wohnen Leute ohne Mietverträge. Teilweise glauben sie, dass der Alpenkönig wieder aufsperren wird", so Hypo-Anwältin Gabriele Opperer. Die Namenlosigkeit der Hausbesetzer macht die Räumung auch so schwierig. "Wir kennen lediglich drei der dort wohnenden Personen. Diese versuchen wir nun mit Räumungsklagen aus dem Haus zu bekommen." Miete zahle niemand von den Besetzern, auch keine Betriebskosten. Alles gehe zu Lasten der Hypo.
"Hypo hat sogar extra Öltank aufgefüllt"
Die einstigen Mitarbeiter fühlen sich ungerecht behandelt. Sie reichten über den Rechtsanwalt Christian Fuchs Klage gegen die Hypo ein. Das Bezirksgericht wies dieses Begehren jedoch ab und stimmte der Räumung zu. Es stand auch der Vorwurf im Raum, die Hypo hätte den Bewohnern einfach die Heizung abgedreht.
Laut Opperer war die Heizung jedoch nur einige Tage defekt, und einige Zimmer sind dadurch jetzt noch kalt. "Die Hypo hat sogar extra den Öltank aufgefüllt und zahlt den Strom", so Opperer. Man will die Liegenschaft nun endlich räumen, jedoch ist der Bank ein menschliches Vorgehen äußerst wichtig.
von Matthias Holzmann, Tiroler Krone
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