17.04.2021 06:00 |

„Bürokratische Fehler“

Betrugs-Krimi um Kurzarbeit im Rotlicht

Corona sorgt auch im Geschäft mit käuflicher Liebe für Flaute - und massenhaft Anträge auf Kurzarbeit. Ein Wiener Rotlicht-König steht jetzt im Mittelpunkt von Betrugsermittlungen. Der Chef von drei der größten Etablissements des Landes wehrt sich und spricht von „bürokratischen Fehlern“.

Die Sex-Branche ist aufgrund der Pandemie seit Monaten im Lockdown-Modus. Ausgangsbeschränkungen und die damit verbundenen Einschränkungen von sozialen Kontakten legten das horizontale Gewerbe praktisch lahm.

Die Nachtclubs des bekannten Rotlicht-Königs, in denen sich in der Hochzeit Dutzende Damen tummelten, sind ebenso geschlossen. Deshalb beantragte auch er Kurzarbeit. Jetzt schlug allerdings das Arbeitsmarktservice Alarm. Ihm war aufgefallen, dass der Geschäftsführer des Betreibers gleich dreimal angemeldet war. Das rief die Finanzpolizei auf den Plan. Als die „Krone“ im Ministerium nachfragte, gab man sich allerdings wortkarg. „Aufgrund von abgabenrechtlicher Geheimhaltung können wir keine personenbezogenen Auskünfte geben“, so ein Sprecher.

Verdächtiger bleibt entspannt
Fakt ist: Der wegen schweren Betrugs angezeigte Verdächtige - immerhin drohen bei einer allfälligen Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft - sieht die ganze Sache relativ entspannt. Der Betrag sei zurückgezahlt worden, alle Ermittlungen eingestellt. „Es handelt sich lediglich um einen ,bürokratischen Fehler‘“, so sein „Geständnis“ im Telefonat.

Nicht so locker nehmen den Fall die Behörden. Für sie scheint die Sache noch lange nicht erledigt zu sein. Derweil hofft die Sex-Branche, mit verpflichtenden Corona-Tests bald wieder aufsperren zu können.

Christoph Budin
Christoph Budin
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