"Kanaloffensive"

Tunnelbagger wühlt sich unterirdisch durch Innsbruck

Tirol
04.01.2011 08:55
Baustellen, die Autofahrer auf die Palme bringen: Das soll es zu Vorwahlzeiten in Innsbruck möglichst nicht geben. Die Kommunalbetriebe sanieren daher das Kanalnetz großteils unterirdisch mit einer innovativen Methode. Dies spart nicht nur Geld, sondern schont auch Nerven von Anrainern. Und es geht auch schneller.

Bei ihrer Kanalbauoffensive setzen die IKB heuer ein neues Tunnelbohrgerät ein, das acht Meter unter der Oberfläche einen 2,20 Meter durchmessenden Schacht gräbt. In diesen wird ein Rohr gepresst – fertig ist der neue Abwasserkanal, der das bestehende Kanalnetz in der Altstadt entlasten und den Hochwasserschutz, speziell nach Starkregen, verbessern wird. 

Was einfach klingt, ist in der Realität natürlich etwas komplizierter. Auf keinen Fall zu beneiden ist jedenfalls der Baggerfahrer, der im Inneren der Maschine sitzt und den Kanal gräbt. 

Dieser reicht über einen Kilometer Länge von der König-Laurin-Allee über die Museum- und Meinhardstraße bis zum Boznerplatz. "Die neue Methode hat den Vorteil, dass die Fahrbahn nicht mehr großflächig aufgegraben werden muss", erläuterte am Montag IKB-Vorstand Harald Schneider. "Dadurch sparen wir 3.500 Lkw-Fahrten ein! Außerdem wird die Bauzeit um die Hälfte verkürzt." 

Voraussichtlich im April 2012 soll der neue, 4,5 Millionen Euro teure Entlastungskanal fertig sein. Dennoch wird es Verkehrsbehinderungen geben, zum Beispiel wird die Laurin-Allee für acht Monate gesperrt. Sieben Schächte sind für den Bohrer nötig. 

von Philipp Neuner, Tiroler Krone

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