„Krone“-Interview

Mirjam Weichselbraun: Kuschelkurs? Von wegen!

Tirol
06.04.2021 14:00
Porträt von Tiroler Krone
Von Tiroler Krone

Mit ihrem ersten Podcast „Back&Stage“ legte Mirjam Weichselbraun einen guten Start hin. Nun verriet sie der Tiroler „Krone“, um was es dabei in erster Linie geht und wie sie die Spannung hält.

„Krone“: Wie kamst Du auf die Idee, gemeinsam mit Regisseur Tommy Schmidle, den Podcast „Back&Stage“ zu starten?
Mirjam Weichselbraun:
 Tommy und ich haben schon länger und immer wieder mal an eigenen Showideen gearbeitet. Leider konnten wir davon noch keine für das Fernsehen umsetzen. Was ich an Podcasts mag, ist, dass man das ganze von Anfang bis zum Schluss selbst in der Hand hat.

Wie hast Du dich auf den ersten Podcast vorbereitet?
Für meine Interviews recherchiere ich immer viel, das war auch hier nicht anders. Da es aber kein klassischer Interview-Podcast werden sollte, sondern eher themenbezogen, war die Vorbereitung auch immer ein großes Brainstorming sowie viele positive Diskussionen mit Tommy.

Für die erste Ausgabe haben Tommy und Du Schauspieler Michael Bully Herbig eingeladen. Warum?
Ich habe schon einige Interviews mit Bully im Laufe der letzten fast 20 Jahre geführt und schätze ihn sehr. Man hat bei ihm immer den Eindruck, dass ihm die Ideen und die Freude an der Umsetzung nie ausgehen. Wir wollten gerne über das Thema Kreativität reden, und wenn man sich anschaut, was Bully schon alles gemacht hat, ist er der perfekte Gast für die erste Episode unseres Podcasts.

Um welche Gesprächsthemen wird es in „Back&Stage“ zukünftig noch gehen?
Themen gibt es so viele. Meistens bleibt es aber nicht bei dem einen Thema. Die Gespräche sollen sich ja auch frei entwickeln. So reden wir beispielsweise mit Comedian Alex Kristan darüber, was es braucht, ein guter Typ zu werden und ob man über Humor wirklich streiten kann.

Mit Influencer Riccardo Simonetti sprechen wir über Toleranz und Sichtbarkeit in der Gesellschaft und mit Sängerin Elli Goulding über Frauen in der Kunst. Gerne würde ich auch von unseren Zuhörern wissen, wen sie sich noch in Sachen Gesprächspartner wünschen würden.

Was ist das beste Rezept, um einen Gesprächspartner aus der Reserve zu locken?
Ich will eigentlich niemandem etwas entlocken, was er nicht sagen will. Generell ist mir Vertrauen und der respektvolle Umgang miteinander wichtig. Wir laden unsere Gäste nicht ein, um uns über sie lustig zu machen oder sie in eine schwierige Situation zu bringen. Es soll ein konstruktives Gespräch sein und dabei muss man auch nicht immer die gleiche Meinung vertreten.

Wie wollt ihr es vermeiden, in einer Dreiviertelstunde nicht in inhaltslose Laberei abzudriften?
Natürlich machen wir uns einen Plan und ein grobes Gerüst. Aber es ist wichtig, daran nicht beinhart festzuhalten. Man muss zuhören können. Nur dann wird es kein Frage- und Antwort spiel, sondern ein Gespräch, das sich entwickelt und spannend wird.

Was hat Vorrang: Klare Kante oder Kuschelkurs?
Beides. Ich hab nichts gegen Kuschelkurs. Das hält uns ja nicht von kritischen Nachfragen oder einer gesunden Diskussion ab. Aber generell kann ich sagen, dass wir unsere Gäste einladen, weil wir sie spannend finden und uns gerne mit ihnen unterhalten.

Recka Hammann, Kronen Zeitung

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