Ermittlung in Italien
Für Russen spioniert? Kapitän und Diplomat in Haft
Wegen Spionageverdachts sind am Dienstagabend in Rom ein Fregatten-Kapitän der italienischen Marine und ein russischer Offizier festgenommen worden. Der Kapitän soll vertrauliche NATO-Dokumente ausgehändigt und dafür vom Russen 5000 Euro erhalten haben. Italiens Außenminister Luigi Di Maio zitierte den russischen Botschafter in Italien, Sergej Razov, ins Außenamt. Di Maio kündigte zudem die sofortige Ausweisung des russischen Offiziers und eines weiteren russischen Staatsbürgers, der in den Fall verwickelt ist, an.
Bei den übergebenen Dokumenten soll es sich um Informationen über Telekommunikationssysteme handeln. Der italienische Außenminister sprach von einer „sehr ernsten Angelegenheit“. „Die übergebene Dokumente sind nicht von besonderer Relevanz“, hieß es hingegen aus US-Kreisen. Die ständigen russischen Spionageaktivitäten seien allerdings eine „Bedrohung“ für die NATO. Großbritannien erklärte sich mit Italien solidarisch. Moskaus Spionageaktivitäten seien „destabilisierend“, kommentierte der britische Außenminister Dominic Raab.
Duma-Abgeordneter: „Spionage-Manie hat Italien ergriffen“
Moskau sprach von einem „unbegründeten“ Schritt, nachdem bekannt geworden war, dass der Diplomat und ein weiterer Russe aus Italien ausgewiesen werden sollen. Dies werde negative Auswirkungen auf die italienisch-russischen Beziehungen haben, berichtete der Präsident der Kommission für internationale Angelegenheiten der Duma, Leonid Slutsky. Seiner Ansicht nach hat die „Spionage-Manie“ nun auch Italien ergriffen.
Die russische Regierung erklärte, sie verfüge über keine Informationen über die Umstände der Festnahme des Fregattenkapitäns. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow äußerte die Hoffnung, dass durch den Vorfall die „sehr positiven und konstruktiven“ Beziehungen zu Italien nicht beeinträchtigt würden.
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