Kürzlich machte der Ort Atascaderos in ganz Mexiko Schlagzeilen. Weil in dem abgelegenen Bergdorf Hunderttausende Ratten die Bewohner zum Wahnsinn trieben, riefen die Behörden in großen Zeitungsannoncen die Bevölkerung des nördlichen Bundesstaates Chihuahua auf, Katzen zu spenden. Doch der Versuch, den Schädlingen mit tierischen Kammerjägern zu Leibe zu rücken, ist gescheitert.
Das Katzenbataillon, das zum Einsatz nach Atascaderosgeschickt wurde, hat an der Rattenfront auf ganzer Linie versagt.Die Dörfler fragen sich, wie sie nun der widerwärtigenNager Herr werden sollen.
Ratten bissen Katzen tot "Das hat nicht hingehauen. Die Hälfte der Katzenist uns eingegangen, und die überlebenden liegen lieber schnurrendunter dem Ofen", berichtete der Ortsvorsteher David de La Rochader mexikanischen Tageszeitung "El Universal". Viele der Katzen,die in den Städten Chihuahuas eingefangen und nach Atascaderosgekarrt wurden, hätten das kalte Bergklima nicht vertragenund sich im ruralen Ambiente nicht wohl gefühlt. Nur diewenigsten ließen sich zum Jagen bewegen. Einige wurden vonden Ratten totgebissen.
Nach den Berichten handelt es sich bei den so gefräßigenund vermehrungsfreudigen Ratten um eine städtische Art, dievon draußen in das 3.500-Einwohner-Dorf eingeschleppt wurde.Sie sollen im Inneren von Strommasten verborgen gewesen sein,die vor einiger Zeit in das Dorf geliefert wurden. Vor Ort hättensie schnell die heimischen Arten verdrängt. Die Bewohnerversuchten, sie mit Rattengift zur Strecke zu bringen, tötetendamit aber auch die damals in Atascaderos lebenden Katzen undandere natürliche Feinde der Nagetiere.
Jetzt sollen Knüppel helfen Die Ratten sind nicht nur als Überträgervon Krankheiten gefürchtet. Sie bedrohen auch die Lebensgrundlageder vom Ertrag ihrer Äcker lebenden Menschen in dieser extremarmen, rund 1.100 Kilometer nordwestlich von Mexiko-Stadt gelegenenBergregion. Sie fressen den Bauern die Ernte von den Feldern oderverseuchen sie mit ihren Exkrementen. "Die Ratten haben mein Getreideaufgefressen und darauf uriniert, ich weiß nicht, wie ichden Winter überleben soll", sagte der Bauer RamónDurán García der Presse.
Was den Vierbeinern nicht gelang, sollen jetzt dieDorfbewohner eigenhändig erledigen. Statt zaudernde Katzenzum Jagen zu tragen, sollen sie Knüppel und Spaten schwingen.Der Bürgermeister der nahe gelegen Kreisstadt Guadalupe yCalvo, Jesús Velásquez Rodríguez, versprachfür jede tote Ratte eine Prämie von fünf Pesos(0,36 Euro).
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