Salzburgs 7-Tage-Inzidenz liegt zurzeit bei 236. Betrachtet man aber die jüngeren Salzburger, ist dieser Wert noch um einiges höher. So liegt der 7-Tages-Schnitt bei den 10- bis 14-Jährigen bei 293,5 und bei den 15- bis 19-Jährigen gar bei 414. Das ist fast doppelt so hoch. Bei den potenziellen Gründen gibt es wiederum viel Platz für Spekulation.
Mutationen für junge Menschen ansteckender
Friedrich Hoppichler, Ärztlicher Direktor der Barmherzigen Brüder, macht mehrere Gründe für die hohen Werte verantwortlich. „Erstens scheinen die Mutationen für Kinder und Jugendliche ansteckender zu sein, zweitens macht sich glücklicherweise bei den älteren Semestern teilweise schon die Impfung bemerkbar und drittens sind auch die Öffnungen an den hohen Zahlen schuld. Das gilt auch für die Schulen. Alles, was geöffnet wird, bedeutet natürlich auch mehr Kontaktpersonen und somit mehr Ansteckungen“, sagt Hoppichler.
Landesrätin verortet Infektionen in Freizeit
Bildungslandesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) will die Vorwürfe so nicht ganz gelten lassen. „Natürlich steigen wie überall auch in den Schulen die Coronazahlen, aber wir verzeichnen keine Cluster. Außerdem sind die derzeitigen Schutzmaßnahmen auf jeden Fall ausreichend – mehr geht nicht.“ Fixiert wurde nun auch der Impf-Termin für Pädagogen in der Karwoche.
Trotz Sicherheitsmaßnahmen haben sich in den vergangenen sieben Tagen 132 Schüler und 19 Lehrer in Salzburg mit dem Coronavirus infiziert. Gutschi verortet die Ansteckungen im privaten Umfeld: „Ich denke nicht, dass Schulen die Treiber sind. Aber dass sich die jungen Leute in ihrer Freizeit treffen, wird zunehmend zum Problem, auch wenn ich ihre Sehnsucht nach Kontakten nachvollziehen kann.“
Das zeigen auch die Ergebnisse der jüngsten Umfrage des Jugendvereins akzente unter 12- bis 20-Jährigen. Die Krise setzt ihnen zu: Jeder zweite Jugendliche in Salzburg leidet unter depressiven Verstimmungen, jeder dritte schläft schlecht und jeder sechste beschäftigt sich gedanklich mit Selbstmord.
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