11.03.2021 09:00 |

Quarantäne-Sünder

Weiter Wirbel um Bürgermeister von Hof

Er nahm trotz Absonderungsbescheids an einer Gemeindevertretungssitzung teil. Doch was trieb der Bürgermeister von Hof während seiner Quarantäne noch? Die Oppositionsparteien fordern volle Aufklärung. Ein Gemeindevertreter trat bereits zurück.

„I hob heut Pläne. Sch*** auf Quarantäne!“ Ein Foto von Thomas Ließ, Bürgermeister von Hof, zusammen mit diesem Reim macht nun im Internet die Runde. Der ÖVP-Ortschef hatte, wie berichtet, eine Sitzung der Gemeindevertretung besucht – obwohl er eigentlich wegen eines behördlichen Absonderungsbescheids in den eigenen vier Wänden bleiben hätte müssen.

Ließ entschuldigte sich mittlerweile für sein Fehlverhalten. Dennoch ist die Affäre damit für ihn noch nicht ausgestanden. Im Ort halten sich hartnäckig Gerüchte. Demnach soll sich der Bürgermeister weitere Fehltritte geleistet haben. Während seiner Quarantänezeit soll er etwa auch an einer ÖVP-Fraktionssitzung teilgenommen haben. „Das stimmt alles nicht“, sagt Ließ der „Krone“.

Die SPÖ will es genau wissen und schickte nun einen Fragenkatalog an die Amtsleitung von Hof. So soll geklärt werden, ob innerhalb der Gemeinde jemand von dem Quarantänebescheid des Bürgermeisters wusste. Und: „Da Thomas Ließ behauptet niemand gefährdet zu haben, da er einen Test gemacht hat, ist dieser negative Test mit Datum vorzulegen und allen Gemeindevertretern zu übermitteln“, heißt es darin.

Volle Aufklärung der Causa fordert auch die FPÖ Hof. Sollten sich die neuesten Vorwürfe erhärten, müsse die Volkspartei wissen, welche Konsequenzen zu ziehen seien.

Dem ersten Gemeindevertreter von Hof reicht es bereits. Er hat sein Mandat mit sofortiger Wirkung zurückgelegt – und das just einen Tag, nachdem der Ortschef als Quarantäne-Sünder entlarvt worden ist.

Nikolaus Klinger
Nikolaus Klinger
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