Mit Seitenhieben und gegenseitigen Vorwürfen besiegelte die Salzburger Stadtpolitik am Montag im Senat den Kreisverkehr vor dem Haus der Natur. Nach jahrelangem Seilziehen um den Kreisel, der die Autos geradeaus über den Franz-Josef-Kai leiten und damit das „Kranzlfahren“ durch die Münzgasse beenden wird, ist die Verkehrslösung beschlossene Sache. Am 6. April sollen die Bauarbeiten am Museumsplatz starten.
Einzig die Bürgerliste stimmte gegen den Kreisverkehr. „Der Kreisverkehr dient nur dem Individualverkehr. Die Blechlawine rollt weiter und die Salzburger haben das Nachsehen“, kritisiert Klubobfrau Ingeborg Haller und spricht von einem „Prestigeprojekt der ÖVP“.
Krise verzögert Pläne für die Gstättengasse
Tatsächlich setzen sich Stadtchef Harald Preuner und seine Stellvertreterin Barbara Unterkofler (beide ÖVP) schon lange für die Kreisverkehr-Lösung ein. Mit der neuen Verkehrsführung soll auch die Gstättengasse von Autos befreit, die Münzgasse im Gegenzug zweispurig befahrbar werden. Eine Begegnungszone soll kommen. Unterkofler plant dazu einen Bürgerbeteiligungsprozess – aufgrund der Pandemie gebe es aber Verzögerungen. Ein fertiges Konzept wird man in diesem Jahr wohl nicht mehr präsentieren können.
Obwohl die SPÖ für den Kreisel stimmte, unternahm sie einen letzten Versuch, den Rot-Kreuz-Parkplatz ganz aufzulassen und zu begrünen. „Auch zur Aufwertung des Salzachufers würde eine Grünfläche statt eines Parkplatzes massiv beitragen.“ Der Zusatzantrag fand keine Zustimmung. Der rote Schwenk komme zu spät, sind sich die anderen Fraktionen einig.
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