21.02.2021 12:51 |

Schon zwölf Opfer

Wiener Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche

Vor einer neuen perfiden Betrugsmasche warnt die Wiener Polizei. Bei dieser werden ahnungslose Opfer sogar augenscheinlich zu Mittätern gemacht und in den Betrug mit hineingezogen. Bereits zwölf derartige Fälle sind der Exekutive in Wien bekannt, in drei Fällen blieb es beim Versuch. Die Ermittler gehen jedoch von weiteren Opfern dieser Masche aus und bitten diese sich zu melden.

Die Masche der Betrüger ist höchst ausgeklügelt. So wird zunächst auf Internetplattformen nach Angeboten von hochpreisigen Fernsehern, Handys oder Laptops gesucht, deren Verkaufspreis zwischen etwa 1500 Euro und 1600 Euro liegt. Der Verkäufer, und damit Opfer Nummer eins, wird daraufhin von einer weiblichen Person namens „Sara“ kontaktiert - danach wird der Preis ausverhandelt.

Bis dato verhandele die Tatverdächtige „den Verkaufspreis immer auf exakt 1560 Euro“, so Polizeisprecher Daniel Fürst am Sonntag. Danach übermittelt der Verkäufer die Bankdaten für die Überweisung.

Immobilien, die es gar nicht gibt
Parallel jedoch werden seitens der Betrüger auf Plattformen Mietwohnungen angeboten, angegeben wird dabei eine Immobilien-Scheinfirma mit dem Namen „Immobilien GmbH“. Als Kaution werden 1560 Euro verlangt. Bei den angegebenen Kontodaten handelt es sich jedoch um jene des Opfers Nummer eins. Gepocht wird zudem darauf, bei der Überweisung keinen Verwendungszweck anzugeben, um eine „schneller Abwicklung“ zu ermöglichen, so Fürst. „
Der Zahlende ist hierbei das zweite Opfer.“

„Dreiecksspiel“ kennt nur einen Gewinner
Nach der Überweisung gelangen die Täter so zu dem verkauften Gegenstand, den sie erneut zu Geld machen können.
Das Nachsehen bei diesem „Dreiecksspiel“ haben die beiden Opfer. Der Verkäufer des Gegenstandes scheint auf den ersten Blick sogar „in den Betrug involviert zu sein“, so der Sprecher, nicht zuletzt aufgrund der exakten Summe, die überwiesen wurde, und wegen des fehlenden Verwendungszwecks. „Das zweite Opfer hat eine Kaution in der Höhe von 1560 Euro für eine nicht vorhandene Immobilie überwiesen“, erklärte Fürst.

Bislang sind der Polizei zwölf derartige Fälle bekannt, in drei weiteren Fällen blieb es beim Versuch, hieß es. Der angerichtete Schaden beträgt bislang 18.720 Euro. Die Ermittlungen laufen. Die Polizei richtete in diesem Zusammenhang einen dringenden Appell an die Bevölkerung:

  • Machen Sie Ihre Mitmenschen und Ihr Umfeld auf diese Betrugsmasche aufmerksam.
  • Tätigen Sie keine Überweisungen ohne einen Verwendungszweck.
  • Besichtigen Sie mögliche Mietobjekte, bevor Sie eine Kaution bezahlen.
  • Versuchen Sie, sich das Aussehen der Person für eine spätere Personenbeschreibung genau einzuprägen.
  • Notieren Sie sich - sofern möglich - Autokennzeichen, Marke, Type sowie Farbe eines vermutlichen Täterfahrzeuges.
  • Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeiinspektion.
Christine Steinmetz
Christine Steinmetz
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