20.02.2021 15:04 |

„Falsch eingeschätzt“

Fehlende Batteriezellen bremsen Golf-Produktion

Nicht nur fehlende Elektronik-Chips, sondern auch knappe Batteriezellen bremsen derzeit die Produktion beim deutschen Autohersteller VW. Davon besonders betroffen: das Hybrid-Modell des neuen Golf 8. 

„Wir verfügen nicht über genügend Batteriezellen, um alle Aufträge rasch abarbeiten zu können“, sagte Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh zur „Braunschweiger Zeitung“ vom Samstag. Selbst wenn Chips zur elektronischen Steuerung verfügbar wären, könnten nicht alle Autos gebaut werden. „In Deutschland entfallen 60 Prozent aller Golf-Bestellungen auf Hybride, in Europa 40 Prozent“, so Osterloh. Offenbar habe die Konzernspitze die Nachfrage falsch eingeschätzt.

Der Halbleiter-Mangel hat in jüngster Zeit zahlreiche Autobauer und Zulieferer getroffen. Bei den Produzenten der IT-Bauteile war die Nachfrage aus der Autoindustrie jahrelang gestiegen, brach dann aber in der Corona-Krise regelrecht ein. Die Chiphersteller fanden rasch neue Abnehmer, etwa in der Unterhaltungselektronik. Nun fehlen die Teile daher in der Autoindustrie. Allein VW musste in den vergangenen Wochen in Wolfsburg, Emden und anderen Werken die Arbeit drosseln. Der Autobauer hat angekündigt, sich neue Bezugswege erschließen und vertraglich sichern zu wollen.

Anlaufprobleme
Die Ertragsstärke der Kernmarke VW könnte dem Konzernbetriebsratschef zufolge besser sein, wäre es nicht zu Anlaufproblemen beim Golf 8 sowie bei den rein elektrischen Modellen ID3 und ID4 gekommen. Rückrufe für das Aufspielen von Software-Updates und die fehlenden Teile für den Golf verursachten weitere Kosten und schmälerten den Gewinn. „Das darf nicht ausgeblendet werden, wenn die Ertragskraft der Marke VW wieder einmal diskutiert und kritisiert wird“, sagte Osterloh der Zeitung.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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