09.12.2010 12:12 |

Heli-Simulation

Angst vorm Fliegen mit "Apache Air Assault"

Hubschrauber-Action besitzt ihren ganz eigenen Reiz. Während bei den Kampfjets hohe Geschwindigkeiten, schnelle Manöver und Dogfights dominieren, schweben diese fliegenden Festungen wie ein bedrohliches Insekt in der Luft, um ihre explosive Ladung ins Ziel zu bringen. Geradezu ein Klassiker ist dabei der Apache AH-64, der durch herausragende Tiefflugfähigkeiten glänzt und im Rahmen des Panamakrieges zum ersten Mal zum Einsatz kam. Bei "Apache Air Assault" schwingt man sich nun in das Cockpit dieses Kampfhubschraubers und lehrt die Feinde ordentlich das Fürchten.

Meistens beginnt es allerdings damit, dass der angehende Pilot selbst mit der Angst zu kämpfen hat, der vor dem nächsten nahenden Absturz nämlich. Leicht zu steuern sind diese Hightech-Dinger unter realistisch nachempfundenen Bedingungen nämlich ganz und gar nicht. Glücklicherweise existiert bei "Apache Air Assault" mit "Training" jedoch ein Einstiegsmodus, der es auch dem Unbegabtesten erlaubt, sich unfallfrei in die Lüfte zu schwingen. In diesem Fall ballert es sich angenehm im Arcade-Stil durch die verschiedenen Missionen.

Wer jedoch der festen Überzeugung ist, dass ein bisher unentdecktes Pilotentalent in einem schlummert, darf sich ruhig an einem der beiden höheren Schwierigkeitsgrade versuchen. Der Selbstversuch endete vor allem in den ersten Stunden allerdings mit regelmäßigen Abstürzen. Die US-Armee hätte wohl keine große Freude daran, wie ich mit diesen viele Millionen teuren Kampfgeräten umspringe. Glücklicherweise ließ sich das Problem mit einiger Übung aber lösen, sodass am Ende wieder die Erfüllung der Missionen im Vordergrund stehen konnte.

Diese bewegen sich im genretypischen Rahmen. So gilt es etwa im Tiefflug die Zielobjekte möglichst unbemerkt zu erreichen, sodass die Gegner das nahende Unheil lediglich langsam näher kommen hören, den Hubschrauber selbst aber nicht zu Gesicht bekommen. Dann wäre da noch Begleitschutz für Konvois zu leisten, Rettungsoperationen zu unterstützen oder Verteidigungsmissionen zu absolvieren.

Die Grafik hinterlässt einen sehr zwiespältigen Eindruck. Während der Hubschrauber sehr detailliert dargestellt ist und dadurch entsprechend gut aussieht, wirkt die Landschaft eher trostlos. Die Gebäude und Gegner leiden ebenfalls an akuter Detailarmut. Die Soundeffekte lassen hingegen ordentlich die Boxen krachen. Der Soundtrack soll wohl amerikanisch-patriotische Gefühle wecken. Reine Geschmackssache also, wobei er einem nie richtig auf die Nerven fällt.

Im Multiplayer-Bereich dürfen bis zu sieben Freunde ein ganzes Platoon bilden und damit auf Gegnerjagd gehen. Natürlich kann auch gegeneinander angetreten werden. Selbst an jene Spieler, die zu zweit vor der Konsole sitzen, wurde gedacht. In diesem Fall übernimmt einer den Piloten, der andere den Bordschützen.

Fazit: "Apache Air Assault" ist eine sehr ordentlich gemachte Hubschraubersimulation, die auch Arcade-Spielern einen leichten Zugang erlaubt. Leider krankt es ein wenig an der grafischen Umsetzung. Auch die Tatsache, dass die Kampagne zwar recht abwechslungsreiche Missionen bietet, aber keine Rahmenhandlung vorhanden ist, trübt den ansonsten positiven Gesamteindruck ein wenig. Nichts desto trotz garantiert "Apache Air Assault" einige Stunden unterhaltsame Hubschrauber-Action.

Plattform: PS3 (getestet), Xbox360, PC
Publisher: Activision
krone.at-Wertung: 8/10

von Harald Kaplan

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