18.02.2021 07:06 |

Mutations-Fälle

Salzburg kämpft gegen Tiroler Image an

Zwei Verdachtsfälle der südafrikanischen Virus-Mutation halten Salzburg in Atem: Allein wegen der Kontaktpersonen dürften es noch mehr werden. Um Zustände wie in Tirol zu verhindern, ist rasches Handeln gefragt.

Am Dienstag wurde der erste Fall der südafrikanischen Mutation in Salzburg gemeldet. Wie berichtet, schlug bei einem infizierten 15-Jährigen eine Vor-Analyse positiv auf die Variante an. Er dürfte sich bei seinem Vater, der von einer Afrika-Reise zurückgekehrt war, angesteckt haben. Die siebenköpfige Familie sitzt in überwachter Quarantäne.

Noch am selben Abend kam der nächste Schock: Auch eine Frau aus St. Gilgen trägt laut Labor-Untersuchung die hochansteckende Mutation in sich. Sie besuchte vergangene Woche im Tiroler Bezirk Schwaz Verwandte und dürfte das Virus mit nach Hause gebracht haben. Die Frau ist mit drei Kontaktpersonen im eigenen Haushalt isoliert. Weil sie vor ihrem positiven Testergebnis noch in Bad Ischl einkaufen war, startet die Gesundheitsbehörde einen Aufruf: Wer am 12. Februar zwischen 16.30 und 18 Uhr in der Hofer-Filiale oder beim Fressnapf in Bad Ischl war, soll sich unter der Telefonnummer 0662-8180-5981 melden.

Verdachtsfälle werden wie bestätigte behandelt
In beiden Fällen steht die Bestätigung per Sequenzierung noch aus, die Behörden haben aber keinen Zweifel und bereiten sich schon jetzt auf Schlimmeres vor. Jeder Mutations-Verdachtsfall werde wie ein bestätigter behandelt, um keine Zeit zu verlieren. „Abstand halten, Hände waschen, FFP2-Maske tragen, regelmäßig testen gehen und weniger Leute treffen sind nach wie vor die effektivsten Mittel“, sagt Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz. Dass sich die um ein Vielfaches ansteckendere Variante damit alleine nicht eindämmen lässt, zeigt der aussichtslose Kampf gegen die britische Mutation. Nach Auftreten der ersten Fälle verstrichen mehrere Wochen ungenutzt, wie Fachärzte in der „Krone“ scharf kritisierten.

Quarantäne für einzelne Ortschaften angedacht
Um Zustände wie in Tirol zu verhindern, braucht es also mehr. Das Land Salzburg setzt in erster Linie auf Voruntersuchungen und ein strengeres Vorgehen bei der Kontaktpersonen-Nachverfolgung. So ist eine Entlassung aus der Quarantäne nur mit negativem Test möglich und auch Kontaktpersonen der Kategorie 2 werden getestet. Derzeit seien diese Maßnahmen ausreichend, das Land schließt eine Abschottung ganzer Ortschaften aber nicht aus. Für den „äußersten Fall“ habe man auch solche Pläne in der Hinterhand.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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