Schon seit Jahresbeginn vermuten Experten, dass sich die britische Virusmutation bereits in Salzburg ausbreitet. Am 18. Jänner wurden die ersten beiden Fälle bestätigt, heute sind es acht. Doch die Dunkelziffer dürfte weitaus größer sein. Die letzten bestätigten Fälle gehen auf den 12. Jänner zurück – seitdem wartet das Land Salzburg auf weitere Ergebnisse der AGES, denn Verdachtsfälle gibt es zuhauf. Das Land hat die Hoffnung, die britische Mutation einzudämmen, inzwischen offiziell aufgegeben.
Hinweise in mehr als jeder zehnten Probe
Derzeit stehen noch Ergebnisse von mindestens 34 Verdachtsfällen rund um zwei Kindergärten aus. Zudem gibt es alarmierend hohe Werte im Pongauer Abwasser. Auch PCR-Analysen im Labor von Georg Mustafa liefern eindeutige Hinweise auf die britische Mutation. Mittlerweile findet er sie in zwölf bis 13 Prozent seiner Virusproben. „Wir haben mit Sicherheit ein paar hundert Fälle“, schätzt Mustafa. Dabei betont der Facharzt, dass er nicht nur Salzburger Proben untersucht. Für seine Analysen nutzt er zwei Methoden – mit Sonden und mit Schmelzkurven. „Die liefern sehr zuverlässige Ergebnisse. Wenn ich über PCR-Analyse die britische Mutation nachweisen kann, dann brauche ich keine Sequenzierung mehr“, so Mustafa.
Erfreulich: Bisher sind keine Hinweise auf die südafrikanische oder brasilianische Variante aufgetaucht. Sobald aber Fälle bestätigt werden, will Salzburg rascher handeln. Landeshauptmann Wilfried Haslauer schließt dabei Quarantänebeschränkungen für ganze Orte nicht aus.
Heimische Labore wollen Kräfte bündeln
Auch die Laboratorien wollen rascher agieren können. Derzeit laufen Gespräche, wie sie ihre Kräfte bündeln können, um unabhängig von der AGES zu sequenzieren. Für Mustafa ist es eine Frage der Effizienz. „Bei einem Cluster von 30 Leuten mit klarem Hinweis auf eine Mutation ist es nicht klug und auch nicht wirtschaftlich vertretbar, alle Proben zur Sequenzierung zu schicken. Es reicht bei der Indexperson“, erklärt Mustafa. Wichtig sei hingegen, rasch die Kontaktpersonen zu ermitteln und die Betroffenen abzusondern.
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