Nun ein trauriger Rekord: Von insgesamt 1445 Corona-Toten (Stand 29. Jänner) verstarben 499 (Stand 29. Jänner) in oder mit Bezug zu einem Heim. Weil es lange keinen Impfstoff gab, hätte man engmaschiger testen können, formuliert Lokalpolitiker Felix Eypeltauer (Neos) einen stillen Vorwurf an den Bund gerichtet.
Ein Blick zurück: Mit 15. Mai 2020 wurden Vorgaben für Screeningprogramme gesetzlich verankert. Günther Bauer, Direktor der Seniorenheime in Linz schildert aus der Praxis: „Seit Beginn der Pandemie haben wir immer bei Verdachtsfällen und bestätigten Erkrankungen die Bewohner und infrage kommenden Mitarbeiter so lange getestet, bis keine Infektion mehr da war.“
Die Informationen kamen spät, die Impfbereitschaft lag darum zuerst bei 20 Prozent. Jetzt sind 54 Prozent geimpft, täglich steigt das Interesse!
Günther Bauer leitet die Seniorenheime Linz
Besuche extrem eingeschränkt
Erst Mitte Oktober kamen die schnellen Antigen-Tests: „Seit Anfang November wurden alle Mitarbeiter wöchentlich getestet, seit Mitte Dezember gab es zwei Tests pro Woche, seit Montag jeden dritten Tag“, so Bauer. Seit 25. Jänner 2021 ist die Testfrequenz in allen Heimen erhöht, laut Vorgabe des Bundes. Die Besuche? Seit Anfang November nicht erlaubt oder unter Auflagen extrem eingeschränkt.
Mangel an Information
Die erste Corona-Impfrunde der Bewohner von Alten- und Pflegeheimen (APH) ist abgeschlossen – wie berichtet. Insgesamt haben sich rund 73 Prozent den Piks geben lassen. Von den Mitarbeitern der Pflegeheime hat sich nur jeder Zweite impfen lassen, man kommt auf 55 Prozent.
Die Impfung ist der einzige Weg, um die enorme Belastung der Pflegekräfte wegzubringen. Eine Umfrage zur Impfskepsis wäre für mich sinnvoll.
Alfred Mayr, Gesundheitsgewerkschaft OÖ
Umfrage erwünscht
Im Detail: In den Heimen der OÖ Sozialhilfeverbände liegt die Durchimpfungsrate bei den Mitarbeitern derzeit bei 40 bis 60 Prozent. In den Heimen in Linz liegt man bei 54 Prozent, in Steyr bei 51, in Wels nur bei 47. Einig sind sich Bauer und Martin Brazda, Heimleiter in Traun darin, dass die Information über die Impfung doch sehr spät kam. Das ist auch für Alfred Mayr von der Gesundheitsgewerkschaft als Ursache vorstellbar. Er will es aber genau wissen und wünscht sich eine Umfrage unter Pflegekräften.
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