Vor elf Tagen wurde die britische Mutation erstmals in Salzburg bestätigt. Seitdem pocht der Infektiologe Richard Greil darauf, mit gezielten Untersuchungen einen Lageüberblick zu gewinnen – die Politik ist gefordert. Eine Möglichkeit, neue Virus-Varianten aufzuspüren, sind detaillierte Abwasseruntersuchungen. Die will das Land Salzburg nun ausweiten: Künftig sollen zweimal wöchentlich Proben aus 16 der 33 Kläranlagen untersucht werden. Allerdings: Auf Virus-Mutationen können die Abwässer nur anlassbezogen untersucht werden, für mehr reichen die Labor-Kapazitäten in Österreich derzeit nicht aus, erklärt Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP). Er verspricht sich dennoch einen Vorteil: „Damit können wir die Entwicklung der Pandemie noch rascher einschätzen.“
Die knappen Kapazitäten kann Infektiologe Greil nicht nachvollziehen: „Es ist immer eine Frage der Investitionen, die man setzt.“
Untersucht werden die Abwasser-Proben im Institut für Mikrobiologie der Uni Innsbruck. Leiter Heribert Insam bestätigt: „Derzeit können wir wöchentlich nur drei Mutations-Untersuchungen für Salzburg machen.“ Die Kapazitäten seien ausbaufähig, aber vom Personal abhängig – eine Kostenfrage.
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