Kaum Kapazitäten

Zähe Mutanten-Suche im Abwasser

Salzburg
29.01.2021 08:05
„Anlassbezogen“ will das Land Salzburg nach der britischen Virusmutation in den heimischen Kläranlagen suchen. Für mehr würden die Laborkapazitäten nicht reichen. Skeptisch sieht das Internist Richard Greil: Der nimmt die Politik in die Pflicht, endlich aufs Gas zu drücken.

Vor elf Tagen wurde die britische Mutation erstmals in Salzburg bestätigt. Seitdem pocht der Infektiologe Richard Greil darauf, mit gezielten Untersuchungen einen Lageüberblick zu gewinnen – die Politik ist gefordert. Eine Möglichkeit, neue Virus-Varianten aufzuspüren, sind detaillierte Abwasseruntersuchungen. Die will das Land Salzburg nun ausweiten: Künftig sollen zweimal wöchentlich Proben aus 16 der 33 Kläranlagen untersucht werden. Allerdings: Auf Virus-Mutationen können die Abwässer nur anlassbezogen untersucht werden, für mehr reichen die Labor-Kapazitäten in Österreich derzeit nicht aus, erklärt Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP). Er verspricht sich dennoch einen Vorteil: „Damit können wir die Entwicklung der Pandemie noch rascher einschätzen.“

 Die knappen Kapazitäten kann Infektiologe Greil nicht nachvollziehen: „Es ist immer eine Frage der Investitionen, die man setzt.“

Untersucht werden die Abwasser-Proben im Institut für Mikrobiologie der Uni Innsbruck. Leiter Heribert Insam bestätigt: „Derzeit können wir wöchentlich nur drei Mutations-Untersuchungen für Salzburg machen.“ Die Kapazitäten seien ausbaufähig, aber vom Personal abhängig – eine Kostenfrage.

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