Außerdem wird die Familienbeihilfe unter anderem für Zivil- und Präsenzdiener sowie für Studien mit langer Studiendauer länger ausgezahlt. Für Stipendienbezieher wird der Verlust ausgeglichen. Außerdem wird die Zuverdienstgrenze zur Familienbeihilfe von 9.000 auf 10.000 Euro angehoben.
Änderungen gibt es auch beim Alleinverdienerabsetzbetrag für Paare, die keine Kinder (mehr) betreuen. Dieser wird zwar grundsätzlich gestrichen, bleibt aber für Pensionisten mit einer Rente von bis zu 1.150 Euro (Mindestpension für Paare) erhalten. Der Mehrkindzuschlag für Familien ab drei Kindern wird nun nicht ersatzlos gestrichen, sondern von 36 auf 20 Euro reduziert. Insgesamt kosten die Änderungen im Familienbereich rund 300 Millionen Euro.
Durch Familienlastenausgleichsfonds gegenfinanziert
Gegenfinanziert werden diese Kosten teilweise durch Änderungen im Familienlastenausgleichsfonds. Aus diesem Topf werden unter anderem die Pensionszeiten für Mütter mit Kindern (für die Pension anrechenbar bis zu vier Jahre der Kindererziehungszeiten) bezahlt. Der Kostenersatz für die Pensionsversicherung wird nun aber von 75 auf 72 Prozent gesenkt. Für die betroffenen Mütter habe dies keine Auswirkungen, versicherte Pröll. Er räumte allerdings ein, dass der Pensionsversicherungsanstalt damit Geld entgehe, verwies jedoch darauf, dass der Familienfonds bis vor kurzem nur die Hälfte der Ersatzzeiten bezahlt habe.
Eine leichte Änderung betrifft außerdem die Wertpapier-KESt (Vermögenszuwachssteuer). Die Erfassung der Wertpapierkäufe beginnt zwar weiterhin mit 1. Jänner 2011. Die Besteuerung bei Fondsgewinnen startet aber erst ab 1. Juli, jene für andere Wertpapiere ab 1. Oktober nächsten Jahres. Zudem wird das Pendlerpauschale um weitere 15 Millionen auf 30 Millionen Euro erhöht. Ebenfalls eine kleinere Änderung gibt es im Justizbereich. Justizministerin Claudia Bandion-Ortner wollte die Amtstage der Gerichte streichen, davon wird nun aber Abstand genommen.
"Wesentlich weniger Verkürzungen"
Faymann und Pröll zeigten sich mit der koalitionsinternen Einigung zufrieden. Man habe "wesentlich weniger Verkürzungen" veranschlagt als in anderen EU-Ländern, auch weil man mit der Budgeterstellung die aktuell besseren Wirtschaftsprognosen abgewartet habe, sagte Faymann. Pröll betonte, dass man den im Frühjahr beschlossenen Finanzrahmen bis 2014 trotz der nun vereinbarten Abfederungen nicht neuerlich aufschnüren müsse.
Den Kritikern der Regierung richtete Faymann aus: "Es zahlt sich aus, dass man konstruktive Vorschläge macht." Der Forderung, sämtliche Sparmaßnahmen rückgängig zu machen, habe man natürlich nicht nachkommen können, insgesamt würden aber 120.000 Personen von den am Wochenende vereinbarten Änderungen profitieren.
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