Ertrag optimieren

So kannst du aktuell dein Geld am besten veranlagen

Wirtschaft
25.11.2010 18:30
Es wird braven Sparern und willigen Anlegern derzeit nicht unbedingt einfach gemacht, die perfekte Veranlagung zu finden. Nach wie vor sprechen die Zeichen keine klare Sprache, kein klarer Trend ist ersichtlich. Wie du dennoch zurzeit veranlagen kannst, um deinen Ertrag zu optimieren, erfährst du hier.

Chance auf Verbesserung?
Langsam mehren sich jene Prognosen, die eine Zinssteigerung für Mitte bis Ende 2011 erwarten. Das große Fragezeichen ist und bleibt jedoch die wirtschaftliche Entwicklung der Industrienationen sowie die Entwicklungen, die aus den Problemstaaten wie Irland oder Griechenland, aber auch Spanien und Italien oder Portugal gemeldet werden. Der 3-Monats-Euribor – ein Indikator für viele Kredite bzw. variable Spareinlagen – hat sich in den letzten Wochen bereits leicht nach oben bewegt und liegt mittlerweile wieder in etwa auf einem Level mit dem europäischen Leitzins von 1 Prozent. Mit Leitzinsanhebungen durch die Europäische Zentralbank wird jedoch nicht vor nächstem Jahr gerechnet. 

Das stellt Sparer vor eine ziemliche Herausforderung, denn die zuletzt veröffentlichten Inflationszahlen liegen bei etwa 1,9 Prozent, im Jahresschnitt für 2010 sind ca. 1,8 bis 2 Prozent prognostiziert. Und somit liegt die Inflationsrate höher als die Zinssätze für kurzfristige Spareinlagen. Hier findet man aktuell kaum Angebote über 1,5 bis 2 Prozent.

Genau vergleichen
Einmal mehr gilt die Devise: Vergleichen zahlt sich aus. Erkundige dich nach Aktionen bzw. Sonderkonditionen im Spareinlagenbereich. Dennoch sollte im kürzerfristigen Bereich nur deine finanzielle Reserve geparkt sein. Denn effektiv betreibst du hier derzeit Geldvernichtung, da die Inflation die Zinsen auffrisst und dein Kapital anknabbert. 

Veranlagungsalternativen
Alternativen finden sich aktuell zum Beispiel im Bereich Bausparen. Bei einer Laufzeit von sechs Jahren sind die Zinsangebote durch die Aufbesserung über die staatliche Prämie oftmals in einem vergleichbaren Sparbuchbereich von ca. 4 bis 4,8%, staatliche Einlagensicherung inklusive. Hier heißt es zusätzlich schnell sein und noch dieses Jahr starten, denn ab 2011 wird die staatliche Prämie von derzeit 3,5 Prozent auf dann 3 Prozent gesenkt. Du kannst dir die volle staatliche Förderung jedoch bei Einzahlung in diesem Jahr noch einmal holen.

Staatsanleihen sind ebenfalls eine sicherheitsorientierte Art der Veranlagung. Jedoch bieten sie kaum einen Mehrertrag gegenüber dem Sparbuch (mehr darüber erfährst du in der Infobox).

Eine ebenfalls beliebte Alternative sind Wohnbaubankanleihen. Das sind Anleihen, deren Volumen für hypothekarisch besicherte Wohnbauvorhaben von den Wohnbaubanken verwendet werden – daher auch sehr sicherheitsorientiert. Vorteil: Die Zinszahlungen dieser Art von Anleihen sind bis 4 Prozent steuerfrei. Nachteil: lange Laufzeiten von zehn Jahren und mehr. Interessierst du dich für eine Wohnbaubankanleihe mit fixem Zinssatz, solltest du dir ziemlich sicher sein, das Geld nicht vor Ablauf der Laufzeit zu brauchen. Denn steigen die Zinsen am Markt, wird der Kurs der Anleihe fallen und du würdest bei vorzeitigem Verkauf weniger als deine Einlage herausbekommen. Besser geeignet sind Anleihen mit variablen Koupons bzw. Kouponanteilen mit variabler Komponente. Diese zahlen aktuell zwar weniger an Zinsen, steigen aber bei ansteigendem Zinsniveau mit und gelten als kursstabiler, weil sie sich mit dem Nachfrageniveau mitbewegen. 

Einst sehr beliebte Garantieprodukte sind derzeit kaum erhältlich. Der Hintergrund dafür ist ebenfalls das niedrige Zinsniveau. Denn bei einem Garantieprodukt werden meist etwa 80 bis 85 Prozent des Kapitals der Anleger in eine sogenannte Null-Koupon-Anleihe investiert, die zum Laufzeitende 100 Prozent des Kapitals garantiert. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus müssen derzeit aber mehr als diese 85% in die Hand genommen werden – es bleibt weniger übrig, um einen Ertrag zu erwirtschaften, zu wenig. 

Für mutigere Anleger eignen sich nach wie vor Investmentfonds, die noch immer gute Einstiegschancen bieten – besonders im Bereich Emerging Markets, Indien, Südamerika, etc. Die Wirtschaftsdaten dieser Länder sind nach wie vor vielversprechend – man muss jedoch starke Nerven mitbringen und sollte nur sein Spielkapital hierfür in die Hand nehmen. Bei Anleihenfonds ist auf kurze Restlaufzeiten der Anleihen im Fonds zu achten, da dies stabilere Kurse verspricht. Auch bei Anleihenfonds sind jene mit einer Beimischung von Emerging Markets eine gute Beimischung zu einem Portfolio, da Anleihen dieser Länder höhere Koupons als Industriestaaten auszahlen und durch die Beimischung von fremden Währungen eine Euro-Schwäche abgefedert werden kann. Aber auch hier gilt: höheres Risiko als bei Euro-Anleihenfonds, daher in Maßen zu genießen, wenn man sein Geld im sicheren Hafen braucht.

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