16.01.2021 06:06 |

Virus-Mutation

Ärzte warnen: „Nicht länger abwarten!“

Jede Woche doppelt so viele Corona-Fälle und überfüllte Spitäler: Was die britische Virus-Mutation bereits in Irland anrichtet, könnte bald auch uns treffen, warnen Salzburger Ärzte. Ihr Appell: Jetzt reagieren!

Die britische Virus-Mutation traf Irland mit voller Wucht: Mit täglich rund 6000 Neuinfektionen steht das Gesundheitssystem vor dem Kollaps. Inzwischen sind auch in Österreich Mutationen bestätigt worden. Salzburgs führender Virologe, Richard Greil, ist alarmiert. Die bundesweite Spitzenposition bei den Corona-Infektionen deute darauf hin, dass die Mutation auch bei uns schon angekommen sei. Gewissheit bringt eine DNA-Analyse eingeschickter Proben allerdings erst am Montag.

Sollte die Mutation schon umgehen, stehen Salzburg jede Woche doppelt so viele Infektionen bevor. Für Greil steht fest, wir müssen uns rasch darauf vorbereiten. „Wenn die Mutation noch lokalisiert und regionalisiert werden kann, dann haben wir Glück. Wir sollten aber andere Varianten vorbereiten“, mahnt der Virologe.

Bei Patienten-Flut gäbe es zu wenig Personal
Zuerst gelte es das Virus aufzuspüren, etwa durch Abwasser-Untersuchungen. Dafür laufen bereits Gespräche mit der Ages. Gleichzeitig schicken die Kliniken jetzt mehr Proben zur DNA-Untersuchung ein. Letztlich braucht es aber politische Maßnahmen, betont auch Friedrich Hoppichler, Ärztlicher Leiter der Klinik Barmherzige Brüder: „Man darf nicht länger abwarten! Wenn die Zahlen wie befürchtet rasant steigen, sind die Kapazitäten der Spitäler rasch erschöpft. Das geht dann in Richtung nationaler Notstand.“ Beim Personal müsse man Reserven schaffen, etwa von privaten Kliniken und Reha-Zentren.

Landeshauptmann Wilfried Haslauer beobachtet die Entwicklungen „mit großer Sorge“: „In Anbetracht der hohen Zahlen ist das sehr ernst zu nehmen. Wie wir damit umgehen, wird Inhalt von Gesprächen am Wochenende sein, um eine bundeseinheitliche Lösung zu finden.“

Die Landeskliniken haben für steigenden Bedarf Notfallpläne parat. Laut Gesundheitsreferent Christian Stöckl gibt es noch Aufstock-Möglichkeiten.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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