Ärzte angezeigt

Reuttener Familie: “Gericht soll Tod der Mutter aufklären”

Tirol
22.11.2010 18:04
Wegen fahrlässiger Tötung ihrer Mutter (65) und unterlassener Hilfe hat eine Tiroler Familie Ärzte der Innsbrucker Klinik bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Fehler in der Nachbehandlung nach Entfernung eines Gehirntumors hätten zum Tod geführt. Seitens der Neurologie tritt man dieser Darstellung energisch entgegen.

"Uns geht es nicht um Geld. Wir verlangen Aufklärung, die uns von den Ärzten in den entscheidenden Punkten verweigert wurde. Daher erstatteten wir Anzeige", sagte der Sohn der Verstorbenen, Engelbert Fuchs (47). Olga Fuchs aus Reutte war am 13. Juni in der Klinik verstorben. "Woran, können oder wollen uns die Ärzte nicht sagen", behauptet nun ihr Sohn Engelbert.

Nach erfolgreicher Entfernung des Gehirntumors und Chemotherapien sei bei der zweiten Lumbalpunktion – diese dient zur Einbringung von Medikamenten in den Nervenkanal – daneben gestochen worden. "Dies war derart schmerzhaft, dass meine Mutter ausdrücklich weitere Lumbalpunktionen strikt ablehnte", sagt Fuchs. Entgegen der Zusicherung der Ärzte sei es nach dramatischer Verschlechterung ihres Zustandes und nach Versetzung der Patientin in den Tiefschlaf zu einer weiteren Lumbalpunktion gekommen. "Danach lag die Mutter mit lebensgefährdender Hirnschwellung stundenlang ohne Kontrolle auf der Intensivstation der Neurologie", behauptet Fuchs. Rettungsmaßnahmen seien viel zu spät erfolgt.

Dazu sagt ein Tilak-Sprecher: "Wir sprechen unser tiefstes Mitgefühl aus. Der äußerst bösartige Tumor befällt leider auch Hirnhäute, Nerven und Rückenmark. Die erfolgreiche Entfernung des Tumors aus dem Hirngewebe bedeutete leider noch nicht die Rettung der Patientin. Diese hatte allen lebenserhaltenden Maßnahmen ausdrücklich zugestimmt. Es kam zu keinem Zeitpunkt zu einer Ablehnung dieser Maßnahmen."

Ermittlungen sind eingeleitet. Die Staatsanwaltschaf bestellte einen Gutachter.

von Hans Licha, Tiroler Krone

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