Mediziner fordert:

Gesundheitspersonal soll rascher geschützt werden

In Oberösterreich werden Hausärzte und ihre Mitarbeiter erst Ende Februar geimpft, weil ausreichend Dosen fehlen. Das stößt bei Matthias Ullner, Arzt in Steyregg, auf Unverständnis. Er führt ins Treffen, dass in Wien am Wochenende eine Impfaktion für niedergelassene Ärzte, ihre Mitarbeiter und mobiles Pflegepersonal stattfindet.

Ein Brief der Ärztekammer OÖ löst bei Matthias Ullner, Hausarzt in Steyregg, Bedenken aus. Daraus gehe hervor, dass die Mitarbeiter der niedergelassenen Ärzte voraussichtlich erst in sechs Wochen zum begehrten Stich kommen. Auch Ärzte müssen warten, denn es heißt im Schreiben: „Die Gesamtzahl der niedergelassenen Ärzte und Zahnärzte übersteigt die zur Verfügung gestellten Impfdosen.“

Bis zu 180 Patientenkontakte pro Tag
Ullner entgegnet: „Meine Ordination mit 6 Mitarbeitern hat bis zu 180 Patientenkontakte pro Tag, darunter täglich Covid-Positive.“ Das birgt Risiken und bedeutet hohen Aufwand – ohne Impfung. Die Alten- und Pflegeheime sofort zu impfen, sei notwendig. Doch dass anschließend sofort die über 80-Jährigen außerhalb der Heime drankommen, hinterfragt er. Wichtiger wäre es, in Arztpraxen, den „Drehscheiben der wohnortnahen Gesundheitsversorgung“ rasch für große Sicherheit zu sorgen.

Land soll Strategie ändern
Besonders sauer stößt ihm auf, dass es Wien schafft, in den kommenden Tagen das gesamte Gesundheitspersonal zu impfen. Er glaubt, dass das Land OÖ sehr wohl die Strategie ändern könnte: „Die täglichen Neuinfektionszahlen lassen nicht auf ein baldiges Ende der Pandemie hoffen, weshalb ein rascher Schutz für das Gesundheitspersonal oberstes Ziel sein muss.“ Auch die Kärntner Ärztekammer fordert rasche Impfung des Gesundheitspersonals.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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