Leichtsinn und Übermut

Rodelunfälle enden oft im Krankenhaus

Oberösterreich
08.01.2021 12:00
2200 Österreicher landen jährlich nach einem Rodelunfall im Krankenhaus, die wenigsten tragen einen Helm. Wie schmerzhaft ein Unfall mit dem Schlitten ist, musste erst am Mittwoch ein 25-Jähriger erleben, als er bei der Abfahrt von der Hochsteinalm in Traunkirchen zehn Meter über steiles Gelände abstürzte.

„Die Rodelbahn ist aktuell sehr gut besucht. Es gibt auch immer wieder Unfälle, aber meistens kommt die Rettung ohne uns aus“, weiß Thomas Lachberger von der Bergrettung Traunkirchen.

Sehr steiles, felsiges Gelände
Am Mittwoch mussten seine Kameraden und er jedoch ausrücken. Gegen 16.15 Uhr fuhr eine Gruppe junger Landsleute die 3,5 Kilometer lange Forststraße mit Leihschlitten hinunter. Am Ende rodelte ein 25-Jähriger aus Nussbach. In einer Linkskurve kam er von der Piste ab und stürzte zehn Meter über sehr steiles, felsiges Gelände in einen Graben ab. Erst nach einiger Zeit wurde der Verunfallte von anderen Rodlern entdeckt.

Schwere Beckenverletzungen
„Als wir ankamen wurde er von Sanitätern erstversorgt. Wir haben ihn eingepackt und auf die Forststraße getragen“, so Lachberger. Der Nussbacher, der keinen Helm trug, wurde mit schweren Beckenverletzungen und Blessuren an Kopf und Füßen ins Klinikum Vöcklabruck eingeliefert.

Noch ein Vorfall an selber Stelle
Auch am Donnertsag kam es an selber Stelle zu einem schweren Unfall: Gegen 17 Uhr beabsichtigten ein 47-Jähriger und seine 29-jährige Freundin mit einer selbst mitgebrachten Rodel die Forststraße hinunter zu fahren. Der Mann saß vorne und lenkte, seine Freundin dahinter. In einer Linkskurve im letzten Drittel der Strecke kamen sie ins Driften und daraufhin rechts von der Rodelbahn ab. Sie prallten gegen einen dort im Graben liegenden Stein, wobei der 47-Jährige schwere Verletzungen am rechten Bein erlitt und von der Rettung ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Der Leichtere sitzt hinten
Jährlich werden österreichweit 2200 Wintersportler nach Rodelunfällen im Spital behandelt. Jeder Vierte muss sogar stationär aufgenommen werden. Bei einem Crash-Test von KfV und TU Graz zeigte sich, dass bei einem ungebremsten Aufprall mit mehr als 25 km/h nicht einmal mehr ein Helm hilft. Wichtig ist auch die richtige Sitzposition: Kinder stets hinter dem Erwachsenen. Diese werden sonst bei einem Unfall förmlich zwischen Hindernis und Erwachsenen eingeklemmt.

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