06.01.2021 06:05 |

Virus-Strategie

7 Gründe, warum es so nicht weitergeht

Salzburg ist Infektions-Hotspot - keiner weiß warum. Die Massentests wurden gestrichen, doch Ersatz lässt auf sich warten. Derzeit liegen mehr Impf-Ampullen in den Lagern als Patienten verimpft werden. Und die Situation in den Spitälern spitzt sich weiter zu.

1. Salzburg liegt bei den Corona-Infektionen an der Bundesspitze

Warum? Darüber rätseln Politik und Experten. Während die politischen Akteure noch mit dem hohen und niederschwelligen Testangebot zu argumentieren versuchen, lässt Infektiologe Richard Greil das nicht gelten. „Dann hätten wir nicht so eine hohe Positiv-Rate bei den Tests.“ Er hat sonst nur eine theoretische Erklärung: Es könnte bei uns schon die britische Virus-Mutation kursieren.

2. Am meisten Ansteckungen im Familienkreis

Trotz Lockdowns, geschlossener Schulen und Home-Office steckt ein infizierter Salzburger laut Statistik 1,13 weitere Personen an. Die meisten Ansteckungen gibt es laut Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz im Familienkreis, größere Cluster sind nicht bekannt.

3. In den Bezirken regt sich immer mehr Widerstand

Im Herbst sollen es noch die Kuchler gewesen sein, die die Zahlen in die Höhe trieben. Jetzt wollen sich laut Bürgermeister in Hintersee einige nicht mehr an die Corona-Regeln halten. Auch an Silvester hat sich gezeigt: In den ländlichen Regionen pfeifen viele auf die Verbote – die Infektionszahlen steigen dort stark.

4. Trotz Infektions-Hochs keine Gratis-Tests

Die Massentests in Salzburg sind Geschichte. „Ohne Freitesten nicht sinnvoll“, meint Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) und setzt stattdessen auf ständige Gratis-Teststationen. Die endeten allerdings am Dienstag. Wohl erst mit 18. Jänner sollen die Teststraßen vom Roten Kreuz wieder in allen Bezirken angeboten werden. Ergänzend sollen dann auch mobile Teams, niedergelassene Ärzte, Apotheker und Betriebsärzte testen. Viele Fragen sind noch offen: Etwa, wie lange dieses Angebot gilt oder wer das bezahlt.

5. Impfungen kommen nicht in die Gänge

Am 27. Dezember wurden in Salzburg die ersten 96 Impfungen verabreicht – dann passierte erst einmal nichts. Seit Anfang der Woche werden die Impfungen in den Seniorenheimen fortgesetzt. Zu langsam, sagen Kritiker. Infektiologe Richard Greil hat dafür kein Verständnis: „Jeden Tag, an dem früher geimpft wird, sterben weniger Menschen.“

6. Situation in Spitälern spitzt sich wieder zu

Nach dem zweiten Lockdown ging die Zahl der Corona-Patienten in den Spitälern etwas zurück. Inzwischen geht der Trend aber wieder in die andere Richtung. Am Dienstag befanden sich 149 Corona-Patienten im Spital, davon 22 auf der Intensivstation.

7. Kaum noch Eigeninitiativen des Landes

Seit dem zweiten Lockdown lässt sich Salzburgs Politik vom Corona-Kurs des Bundes leiten. Nur kleine Eigeninitiativen gibt es bei Tests und Impfungen. Erst wenn es die Gesundheitsbehörde dringend empfiehlt, will die Landespolitik wieder härtere regionale Maßnahmen ergreifen.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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