US-Behörden warnen

Konkrete Hinweise auf Anschlagspläne in Deutschland

Ausland
13.11.2010 16:22
Die Hinweise auf Anschlagspläne in Deutschland verdichten sich. Die US-Sicherheitsbehörden hätten die deutsche Regierung Anfang der Woche gewarnt, dass sich ein vierköpfiges Terrorkommando auf dem Weg nach Deutschland befinde, berichtete das Magazin "Focus" am Samstag. Die zwei Inder und zwei Pakistanis seien in zentralasiatischen Lagern ausgebildet worden und planten im Auftrag der Extremistenorganisation Al Kaida noch im November einen Anschlag in Deutschland.

Auch einem vertraulichen Papier des Bundeskriminalamts (BKA) zufolge plant Al Kaida laut "Focus" nachhaltig "Anschläge sowohl auf Deutschland und europäische Länder als auch auf die USA".

Ein Sprecher von Innenminister Thomas de Maiziere (Bild) erklärte in Berlin, der Minister habe nicht ohne Grund vor einer Woche erstmals öffentlich darauf hingewiesen, "dass es ernstzunehmende Hinweise auf Anschläge in Europa und den USA gibt". Grundlage seien die Einschätzungen der Sicherheitsbehörden. Den "Focus"-Bericht, wonach Terroraktionen "ernsthaft naheliegend" sind, wollte der Sprecher allerdings nicht kommentieren.

"Intensivierte Gefährdung"
Für Deutschland sei von einer "intensivierten Gefährdung" auszugehen, zitierte das Magazin aus dem BKA-Papier. Diese könne sich jederzeit in Form von Anschlägen unterschiedlicher Dimension und Intensität realisieren. Zu den Angriffszielen zählten "Örtlichkeiten mit hohem Symbolwert oder infrastruktureller Bedeutung" sowie Orte mit "typischen westlichen Lebensgewohnheiten", wie etwa Einkaufs- und Vergnügungszentren. Das BKA war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Der Sprecher des Innenministeriums unterstrich, die Sicherheitsbehörden stünden national und international im ständigen Austausch und kooperierten sehr eng. Eine mögliche Erhöhung der Sicherheitsmaßnahmen sei Gegenstand laufender Überprüfungen. Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) forderte elektronische Fußfesseln, um islamistische Verdächtige zu überwachen.

Sicherheitsdebatte nach Paketbomben
Die Entdeckung zweier aus dem Jemen per Luftfracht verschickter Paketbomben vor zwei Wochen hat eine neue Sicherheitsdebatte ausgelöst. Die deutsche Regierung hatte ein Flugverbot für alle Maschinen aus dem Jemen verhängt, das am Freitag wieder gelockert wurde. Seither dürfen wieder Passagiermaschinen landen, allerdings dürfen sie keine Fracht oder Post befördern. Frachtflüge aus dem Jemen bleiben verboten.

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