Hoffen auf Einigung

Brexit-Verhandlungen: Land zählt auf späten Deal

Während ganz Europa auf die Corona-Impfung wartet, biegen im Machtzentrum des Kontinents die Brexit-Verhandlungen – wieder einmal – in die Zielgerade ein. Im „Krone“-Interview erklärt der zuständige EU-Landesrat Martin Eichtinger jetzt, wie sich ein Scheitern bei den aktuellen Verhandlungen mittelfristig auch auf die Wirtschaft in Niederösterreich auswirken könnte.

Herr Landesrat, wie ist Ihr Kenntnisstand zum aktuellen Brexit-Poker ?

Martin Eichtinger: Das bisher verhandelte Abkommen stellt einen Kompromiss dar, der einen möglichst reibungslosen Übergang ermöglichen soll. Das Freihandelsabkommen, das soeben verhandelt wird, würde eine gute Zusammenarbeit in Zukunft ermöglichen. Wir hoffen, auch im Sinne des Landes, noch auf eine Einigung in letzter Minute.

Was steht bei den Verhandlungen für Niederösterreich auf dem Spiel?

Sehr viel. Zur Veranschaulichung: Wir haben im vergangenen Jahr Waren im Wert von 500 Millionen Euro nach Großbritannien exportiert – im blau-gelben Exportranking ist das Platz elf. Auch der Weinexport nach Großbritannien ist wichtig. Etwa eine Million Liter Wein aus österreichischer, und viele davon aus unserer, Produktion werden dort jährlich konsumiert.

Keine andere EU-Region hat sich so viele Fördergelder aus der Union sichern können wie Niederösterreich. Bereits vor der Corona-Krise waren Verhandlungen zum Regionalbudget anberaumt. Gibt es, ob der neuen Wirtschaftskrise, da jetzt überhaupt noch eine Verhandlungsbasis?

Aktuell befindet sich die Union in einer budgetär komplexen Situation. Die Diskussionen zwischen Polen und Ungarn und den restlichen Mitgliedsstaaten müssen rasch beigelegt werden. Gerade jetzt ist es wichtig, dass die EU-Handlungsfähigkeit beweist und geeint auftritt. In Niederösterreich sind wir strategisch sehr gut aufgestellt. Wir werden daher auch weiterhin von den EU-Mitteln profitieren. Aus einem Euro, den wir nach Brüssel bezahlen, holen wir drei Euro retour. Das nenne ich ein gutes Investment mit hoher Gesellschaftsrendite.

Interview: Nikolaus Frings, Kronen Zeitung


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