Corona-Tagebuch Teil 4

Pflegerin klärt auf: „Es zehrt an den Kräften“

Einblicke in die Versorgung von Corona-Patienten sowie in die eigene Gefühlswelt gewährt der „Krone“ Beatrix Perschon, Diplom-Krankenpflegerin im Landesklinikum in Stockerau

Arbeiten in voller Montur. Volle Sicherheit auf der Covid-Isolierstation im Landesklinkum Stockerau. Mein beruflicher Alltag hat sich seit Betriebsbeginn als Coronastation massiv verändert. Abgesehen von der persönlichen Belastung, ist der enorme Hygieneaufwand dabei die gravierendste Herausforderung.

Durch das lange Tragen der persönlichen Schutzausrüstung sind die täglichen Aufgaben der Pflege bereits seit März ein enormer Kraftakt. Dabei tragen wir Schutzmäntel, Schutzschürze, FFP3-Maske, Schutzbrille, Schutzvisier, Haarschutz und eine doppelte Schicht an Handschuhen, um eine sichere Barriere zum gefährlichen Virus zu schaffen. Das Anlegen der „Rüstung“ und das Tragen der Masken während des gesamten Dienstes (bis zu 13 Stunden) ist zwar bereits in Routine übergegangen – jedoch entsteht rasch unangenehme Wärme unter den vielen Schichten, und auch die Atmung ist erschwert, ebenso dauert diese Prozedur ihre Zeit und verzögert den Arbeitsalltag in jedem Schritt. Durch das permanente Arbeiten mit Maske kommt es oft zu Kopfschmerzen und Müdigkeit.

Hinzu kommt, dass die fachlich sehr komplexe Versorgung von Corona-positiven Patienten körperlich extrem anstrengend ist. Zudem wird die Kommunikation mit den Patienten ungemein erschwert, weil sie unsere Mimik wegen der Schutzausrüstung nicht deuten können. Um die Patienten länger auf der „Normalstation“ versorgen zu können und die Intensivstation zu entlasten, wurden vermehrt Monitore und sogenannte Airvo-Geräte zur Beatmung angeschafft, durch die sich die fachlichen Anforderungen an uns nochmals erhöht haben. Corona betrifft jeden – und Angst, etwas falsch zu machen, trifft dadurch auch jeden!

Corona in der Arbeit und Corona auch in der Freizeit! Die permanente Belastung ist für meine persönliche Psychohygiene nicht zu unterschätzen und zehrt enorm an den Kräften. Doch die interdisziplinäre Zusammenarbeit, egal, ob etwa mit Reinigungspersonal, diversen zuständigen Ärzten oder aber auch den Kollegen anderer Stationen, läuft erfreulicherweise sehr gut.

  • Heldin am Wort: Sie sind die wahren Helden der Corona-Krise, die Mitarbeiter der Krankenhäuser, die täglich mit Hand, Herz und Hirn für die vielen an dem heimtückischen Virus erkrankten Menschen da sind. Für die „Krone“ führen die Pfleger der niederösterreichischen Landeskliniken Tagebuch zur Krise. Es sind persönliche Geschichten von schweren Schicksalen - aber auch von Lichtblicken in dieser fordernden Zeit.

Redaktion: Nikolaus Frings, Kronen Zeitung

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