21.11.2020 11:10 |

Minus dramatisch

Tourismus-Bilanz: Oktober schon fast wie Lockdown

Wird es in Tirol eine Wintersaison geben? Das ist für den Tourismus eine Überlebensfrage. Den Sommer hat die Branche mit einem Minus von 30 Prozent abgeschlossen. „Besser als befürchtet“, heißt es aus der Tirol Werbung. Der Rückgang im Oktober war aber dramatisch. Die Saison-Bilanz birgt auch so manche Corona-Kuriosität.

Der Oktober fühlte sich für Tirols Touristiker aufgrund der vielen Reisewarnungen fast schon wie ein Lockdown an. Sowohl bei den Nächtigungen als auch bei den Ankünften gab es dramatische Einbrüche: 216.000 Gäste kamen, das bedeutet ein Minus von 69 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 1,5 Millionen Nächtigungen weniger. Alle Beherbergungsbetriebe haben gelitten. Mit einer Ausnahme: Die Kuranstalten der Sozialversicherungen. Sie beherbergen freilich keine klassischen Urlauber, sind aber ebenfalls in der Statistik gelistet. Ihr Nächtigungsminus ist mit drei Prozent vergleichsweise gering.

Schweizer plötzlich größte Gästegruppe
Ein anderes kurioses Detail der Oktoberbilanz zeigt eindrucksvoll die Auswirkungen von Reisewarnungen: Erstmals überholten die Schweizer und Liechtensteiner die Deutschen als wichtigste Gästegruppe. Aus Deutschland kamen um 90 Prozent weniger Urlauber, trotz Reisewarnung aber immerhin noch 43.000.

Sommerbilanz komplett: 2,4 Mio. Gäste weniger
Mit den Oktoberzahlen ist nun die Sommerbilanz (Mai bis Oktober) vollständig. 15,5 Millionen Nächtigungen insgesamt bedeuten ein Minus von 30 Prozent. Die Zahl der Gäste sank von mehr als sechs Millionen auf 3,8 Millionen (-38%). Der Rückgang ist groß, aber es hätte noch schlimmer kommen können, heißt es in der Branche. „Angesichts der schwierigen Ausgangslage ist die Saison besser gelaufen als erwartet“, bilanziert Florian Phleps, Geschäftsführer der Tirol Werbung. Vor allem deutsche Gäste fehlten (-31%). Bei Österreichern konnte Tirol nicht ausreichend punkten. Auch dort ein Minus von 10 Prozent.

Und der Ausblick für den Winter? Die Touristiker zittern und hoffen! Phleps: „So viel ist unklar, eine konkrete Einschätzung derzeit nicht möglich.“

Claudia Thurner, Kronen Zeitung

 Tiroler Krone
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