Politik großzügig

Steuergeschenk Neuseelands für "Hobbit"-Film

Ausland
30.10.2010 14:09
Neuseeland hat sich mit einer Änderung seiner Arbeitsgesetze und einem Millionen-Steuergeschenk die Produktion zweier weiterer Hobbit-Filme - der zweiteiligen Verfilmung Peter Jacksons von J.R.R. Tolkiens "The Hobbit" - gesichert. Das Parlament verabschiedete am Freitag in einem Schnellverfahren den Kompromiss, den die Regierung vor wenigen Tagen in Verhandlungen mit dem Hollywoodstudio Warner Brothers erzielt hat.

Demnach dürfen die Filmproduzenten nun bei der Bezahlung ihrer Beschäftigten einen Unterschied zwischen vertraglich gebundenen Mitarbeitern und Festangestellten machen. Zugleich steuert die Regierung 25 Millionen Dollar zu den Projekten bei, darunter 15 Millionen Dollar über Steuererleichterungen.

In einer hitzigen Debatte verteidigte die Regierung ihre Zugeständnisse als Rettung der heimischen Film- und Tourismusindustrie, die mit der Verfilmung des Tolkien-Werks "Herr der Ringe" durch den Regisseur Sir Peter Jackson einen mächtigen Aufschwung genommen hat. Warner Brothers drohte mit einem Rückzug aus Neuseeland, sollte es nicht mehr Spielraum bei der Entlohnung der Mitarbeiter und höhere Subventionen erhalten. Die Regierung bezifferte den dadurch drohenden Schaden auf 1,5 Milliarden Dollar.

"Arbeitsplätze sichern"
"Wir sind nicht bereit zuzusehen, wie Tausende von Arbeitsplätzen verschwinden und wie die harte Arbeit vieler begabter Neuseeländer aufs Spiel gesetzt wird, die unsere Filmindustrie aus dem Nichts heraus aufgebaut haben", sagte Arbeitsministerin Kate Wilkinson vor dem Parlament.

Die Opposition beschimpfte die Regierung dagegen als Handlanger Hollywoods. "Was werden Sie als nächstes tun", fragte der Abgeordnete Charles Chauvel. "Geben Sie jedem multinationalen Konzern nach und schwächen Sie die Arbeitsstandards ab, nur damit hier investiert wird?" Ein anderer Abgeordneter hielt eine umgestaltete Nationalflagge hoch - mit dem Logo von Warner Brothers in einer Ecke.

Peter Jackson erfreut
Der aus Neuseeland stammende Regisseur und Produzent Jackson äußerte sich hoch erfreut über den Parlamentsbeschluss. "Wir sind der Regierung für die Gesetzesänderung dankbar, die nun jedem Beschäftigten Sicherheit über seinen Status als Mitarbeiter gibt", erklärte er. Jacksons "Ringe"-Trilogie hat Milliarden eingespielt und war der Auslöser dafür, dass auch Teile der Kassenschlager "King Kong" und "Avatar" in Neuseeland produziert wurden.

Die Aussicht, die Verfilmung der Romane von J.R.R. Tolkien zu verlieren, trieb zuletzt Tausende Neuseeländer auf die Straße (siehe Infobox). Mehrere Gewerkschaftsvertreter wurden Medienberichten zufolge mit dem Tode bedroht, weil sie auf Mindestlöhne für alle Filmmitarbeiter pochten und damit für die Rückzugsdrohung des Hollywoodstudios verantwortlich gemacht wurden.

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