07.11.2020 18:30 |

„Kultur im Lockdown“

Edwin Hochmuth: Der Mime, der nun Kinder betreut

Man kennt den freien Schauspieler Edwin Daniel Hochmuth von den vielen Bühnen Tirols. Der Jung-Familienvater hat sich schon im ersten Kultur-Lockdown Ängste um die Zukunft seiner Familie gemacht. Darum ist er froh, dass er im Zweitberuf Sozialbetreuer ist. Trotzdem sehnt er sich nach der Schauspielerei.

Schauspieler wurde der 41-jährige, aus Schlitters stammende Edwin Hochmuth erst, nachdem er zuvor die HTL für Elektrotechnik in Innsbruck absolviert und einige Zeit im väterlichen Betrieb als Radio- und Fernsehtechniker gearbeitet hat. „Aber das Theater faszinierte mich schon seit meiner Kindheit, daher engagierte ich mich bei der örtlichen Dorfbühne. Als Schlüsselerlebnis stellte sich die Begegnung mit dem vor einigen Jahren verstorbenen Regisseur Ralf Barton heraus. Ich spielte 2003 beim Zillertaler Freilichtspiel ,Held aus dem Westen’ den Christopher. ,Du wirst nie Schauspieler’, meinte Regisseur Barton. Aber ich gab nicht auf und probte wie ein Irrer. Nach der ersten Aufführung gab mir Rolf Barton die Hand und meinte, dass ich doch Schauspieler werden soll“, erzählt Hochmuth aus seinen Erinnerungen.

Durchbruch gelang im Jahr 2007
Deshalb führte ihn sein Weg wieder für vier Jahre zurück auf die Schulbank, die in diesem Fall eigentlich die Bühne der Schauspielschule Sachers war. Der Durchbruch gelang ihm dann im Jahr 2007 bei den Volksschauspielen Telfs. Für den damaligen Regisseur Markus Plattner war Hochmuth die erste Wahl für die schwer zu besetzende Rolle des „Dinzi“. Edwin Hochmuth brillierte hierbei im Stück „Höllenritt“ von John B. Keane als gelähmter Krüppel, der auf den Schultern seines Bruders reitet und seiner Cousine mit Gewalt und List das Erbe abjagen will.

Tochter als größtes Geschenk
Im März des Jahres wurde Hochmuth zum ersten Mal Vater. Töchterchen Ella wird von ihm und seiner Frau Maria als größtes Geschenk im Leben gesehen.

Deshalb war der engagierte Mime auch in Zeiten des ersten Kultur-Lockdowns im Frühjahr mehr als besorgt um die Existenz seiner Familie. „2017 machte ich als zweites Standbein die Ausbildung zum Sozial-Betreuer. Seit Oktober arbeite ich nun in der Kinderkrippe des Landeskinderheims in Axams.“ Trotzdem hofft Hochmuth, bald wieder auf den Brettern, die ihm die Welt bedeuten, aktiv stehen zu dürfen.

Hubert Berger, Kronen Zeitung

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