Auf engstem Raum

Amtstierarzt befreite nach 13 Stunden 95 Schweine

Das waren wirklich arme Schweine: 95 Borstentiere mussten vor einer Fleischerei in Treubach (Bezirk Braunau) 13 Stunden lang auf engstem Raum zusammengepfercht ohne Futter und Wasser verbringen. Tierschützer schlugen Alarm. Erst um 1.15 Uhr früh wurden die Tiere im Behördenauftrag in einen Wartestall gebracht.

„Wir wollen unseren Kunden einen Mehrwert bieten, wollen zu den besten Fleischverarbeitungsbetrieben in Österreich zählen. Das sind wir auch den Tieren und dem Lebensmittel Fleisch schuldig“, schreiben die Chefs Franz und Johannes Dachs vom gleichnamigen Schlachthof in Treubach auf ihrer Homepage. So weit die Theorie.

Ohne Futter und Wasser
Die Fleischerei hatte laut Polizei am Mittwoch kurz vor Mittag eine Lieferung von 167 Schweinen von einem Viehhändler aus Deutschland übernommen. Davon wurden 72 Stück sofort abgeladen und geschlachtet. 95 Stück Borstenvieh verblieben bis zur Schlachtung auf dem Anhänger des Lieferanten und wurden auf einem Parkplatz in der Nähe des Betriebes abgestellt. Die Tiere waren dort von etwa 12.30 Uhr bis 1.15 Uhr früh, also 13 Stunden lang, im Anhänger ohne Futter und Wasser auf engstem Raum eingesperrt. Zu diesem Zeitpunkt konnten bereits Verletzungen an den Tieren festgestellt werden.

Zur Schlachtung freigegeben
Die Amtstierärztin ordnete den sofortigen Transport der Tiere vom Parkplatz in den Wartestall des Schlachthofs an. Die Ärztin begutachtete um 2 Uhr früh die Tiere und gab sie zur Schlachtung frei. Die Polizei wird bei der BH Braunau Anzeigen nach dem Tiertransportgesetz sowie nicht ordnungsgemäßer Haltung erstatten. Laut BH-Juristin Angela Stoffner wurden die 95 Schweine gestern geschlachtet.

Christoph Gantner
Christoph Gantner
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Montag, 17. Mai 2021
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