Das Schreckensbild von leeren Dörfern, verfallenen Häusern und verwilderten Gärten ist zum Teil bereits Realität: "In Südfrankreich und Italien gibt es solche Orte", erzählt Peter Haßlacher, Vorsitzender der Alpenschutzkommission Cipra. "Bei uns noch nicht." Seine Betonung liegt auf "noch", denn auch in Österreich könnte diese Entwicklung an Dynamik gewinnen.
Starke Abwanderung der Landbevölkerung
"In den inneralpinen Regionen wird bis 2030 ein Bevölkerungsrückgang von 30 bis 40 Prozent erwartet", erklärt der Fachmann. Als Folge der starken Abwanderung wird die öffentliche Infrastruktur (Post, Ärzte, öffentlicher Verkehr, Nahversorgung usw.) immer weiter ausgedünnt - ein Prozess, der sich derzeit gut mitverfolgen lässt. Auch die Landschaftsvielfalt wäre stark gefährdet: Wenn kümmert es dann noch, wenn alles verwildert und zuwächst?
Tourismus als Rettungsanker
Bei der internationalen Jahrestagung der Cipra wurde jetzt nach Lösungswegen gesucht. Große Hoffnung wird in den Tourismus gesetzt. Die These lautet: Die Alpen werden durch den Klimawandel als Kühl- und Gesundheitsräume wieder attraktiver. Haßlacher greift sich an den Kopf: "Wir lassen die Infrastruktur jetzt zusammenbrechen, müssen sie aber später wieder aufbauen. Das ist ein volkswirtschaftlicher Schwachsinn." Patentrezepte, damit die steirischen Täler in Zukunft nicht verwahrlosen, gibt es leider dennoch keine...
von Jakob Traby, "Steirerkrone"
Bild: Blick von der Mariazeller Bürgeralm zum Erlaufsee (Steiermark Tourismus, Gery Wolf)








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