Die langen Wimpern dezent geschminkt, die Augen zu Boden geschlagen, das blonde lockige Haar zur Seite gekämmt – so sitzt die frühere Prostituierte (23) vor Gericht. Anwalt Philipp Winkler berichtet, dass sie hier nicht hätte landen müssen. Gab es doch einen wohlhabenden Geschäftsmann, der sie in sein Haus in Frankreich mitnahm, sie unterstützte und ihr Starthilfe für ein neues Leben gab.
Zu Überfällen gezwungen?
Aber das "alte Leben" war stärker. Und zwar in Person eines "Freundes". Von ihm soll die Prostituierte zu drei Überfällen gezwungen worden sein. "Ich hatte Angst, dass mir was passiert", gibt die Frau zu Protokoll. Und nur deshalb habe sie ihn zu Überfällen auf Wettbüros begleitet. Widerwillig, wie sie sagt, und ohne, dass sie auch nur einen Cent der Beute genommen hätte.
Der Freund gibt sich kleinlaut. Er war selbst früher Bauunternehmer und sagt, er sei ein Opfer des Chaos um das Flughafenprojekt "Skylink". Durch ständige Planungsänderungen sei seine 50-Mann-Firma in den Ruin getrieben worden. Folge: Er überfiel sechs Wettbüros und Tankstellen und nahm teils auch die Ex-Freundin mit. Urteil: neun Jahre für den Haupttäter, fünf für die Frau.
von Peter Grotter, Kronen Zeitung








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