Offener Brief

Papst bedauert sexuelle Übergriffe von Priestern

Ausland
18.10.2010 14:52
Papst Benedikt XVI. hat sich am Montag in einem langen Brief an alle Priesteramtskandidaten der Welt gewandt und dabei auch das heikle Thema der Missbrauchsskandale und des Zölibats angesprochen. "In letzter Zeit haben wir mit großem Bedauern feststellen müssen, dass Priester durch sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ein Zerrbild ihres Amtes abgegeben haben."

"Statt Menschen zu reifer Menschlichkeit hinzuführen und sie ihnen selbst vorzuleben, haben sie durch ihren Missbrauch Zerstörungen hervorgerufen, die wir mit tiefem Schmerz bedauern", betonte der Papst. "Ob alledem kann bei vielen Menschen, wohl auch bei Euch selber, die Frage aufkommen, ob es gut sei, ein Priester zu werden; ob der Zölibat ein sinnvoller Weg menschlichen Lebens sei. Aber der zutiefst zu missbilligende Missbrauch kann die priesterliche Sendung nicht diskreditieren, die groß und rein bleibt", meinte der Papst.

"Sexualität in Persönlichkeit integrieren"
Laut dem Heiligen Vater sei für einen Priester die Integration der Sexualität in seine Persönlichkeit wichtig. "Die Sexualität ist eine Gabe des Schöpfers, aber auch eine Aufgabe an das eigene Menschwerden. Wenn sie nicht in die Person integriert ist, dann wird sie banal und zerstörerisch zugleich. Wir sehen das heute an vielen Beispielen in unserer Gesellschaft", betonte der Papst.

Schwierigkeiten beim Erkennen des künftigen Auftrages
Die Anfänge priesterlicher Berufung seien heute vielfältiger und unterschiedlicher als in den früheren Jahren. "Der Entscheid für das Priestertum bildet sich heute oft in den Erfahrungen eines schon erlernten Berufes. Er wächst häufig in Gemeinschaften, die einer gemeinsamen Begegnung mit Christus und seiner Kirche, einer spirituellen Erfahrungen und der Freude am Dienst des Glaubens förderlich sind. Er reift auch in ganz persönlichen Begegnungen mit der Größe und der Not des Menschseins. So leben oft Priesterkandidaten auf ganz verschiedenen spirituellen Kontinenten", so das Oberhaupt der katholischen Kirche.

Es könne schwer sein, die Gemeinsamkeit des künftigen Auftrags und seines spirituellen Weges zu erkennen. "Gerade deshalb ist das Priesterseminar wichtig als Weggemeinschaft", so der Papst.

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