Kampf um MAN in Steyr

Betriebsrat bereitet schon die Klage vor

„Wer beim Fußball 0:1 hinten liegt, schleicht auch nicht vom Platz. Für uns beginnt die zweite Halbzeit“, machte GPA-djp-Gewerkschafterin Barbara Teiber bei der Protestkundgebung vergangenen Donnerstag der Steyrer MAN-Belegschaft Mut. Und den Worten folgen erste Taten: Der Betriebsrat bereitet eine Klage vor.

Der Lärm der Tröten, Trommeln und Pfeiferln, die Bewegungen der Enns-Brücke, als die mehr als 4000 Menschen Richtung Stadtplatz gingen - das alles hallte bei jenen Menschen, die am Donnerstag die Protestkundgebung der MAN-Belegschaft miterlebt hatten, noch einige Zeit nach.

Verhandlungen beginnen
Arbeiterbetriebsrats-Chef Erich Schwarz hat den Blick längst schon wieder nach vorne gerichtet. Diese Woche beginnen die Verhandlungen mit dem Vorstand, in denen der Abbau von 9500 Stellen beim Lkw-Hersteller diskutiert wird und in der Größenordnung auch abgewendet werden soll. Erste Gespräche finden im Vertrieb statt, dann folgen die Standorte: Steyr, wo 2456 Mitarbeiter um ihre Jobs zittern, wohl erst am Schluss. Das Werk soll bis Ende 2023 geschlossen werden.

Wiener Anwaltskanzlei beauftragt
Dass der Konzernvorstand per 30. September den bis Ende 2030 geltenden Standortsicherungsvertrag gekündigt hat, nimmt Schwarz sowieso nicht hin. Neben der rechtlichen Prüfung wurde die Wiener Anwaltskanzlei Jarolim Partner auch mit der Vorbereitung einer Klage beauftragt.

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Wir werden Klage einreichen, sollten die Vorstände nicht von ihrem Schließungsplan abweichen.

Erich Schwarz, Arbeiterbetriebsrats-Chef

Grob zusammengefasst, will der Betriebsrat die Weiterbezahlung der Belegschaft bis 2030 einklagen. „Bei Verträgen im Management werden Verträge immer erfüllt, bei Arbeitern und Angestellten soll das nicht der Fall sein. Das ist eines VW-Konzerns nicht würdig“, so Schwarz.

Barbara Kneidinger
Barbara Kneidinger
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Samstag, 28. November 2020
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