Causa Zeltweg

"Haben keine Angst vor Auflösung des Gemeinderates"

Steiermark
15.10.2010 23:41
Für viele kam die Entscheidung unerwartet: Der Zeltweger Bürgermeister Kurt Haller von der SPÖ, der wegen der Finanzaffäre um den örtlichen Eishockeyverein in die Schlagzeilen geraten war, legt per Ende des Monats sein Amt zurück. Die "Steirerkrone" bat seinen logischen Nachfolger, Vize Hermann Dullnig (Bild), zum Gespräch.

"Krone": Herr Dullnig, bereits nächste Woche folgen Sie - interimistisch - Bürgermeister Haller nach. Werden Sie Ende Oktober das Amt Ihres Parteikollegen offiziell übernehmen?
Hermann Dullnig: Das ist nicht auszuschließen, einem notwendigen Beschluss will und kann ich jedoch nicht vorgreifen.

"Krone": Stimmt das Gerücht, wonach der Ruf nach Hallers Rücktritt aus den eigenen Reihen gekommen sein soll?
Dullnig: Den Schritt hat der Bürgermeister in Abstimmung mit seiner Familie und der Fraktion gesetzt.

"Krone": Die KPÖ kritisiert, aus den Medien von dem Abschied erfahren zu haben.
Dullnig: Wir haben vorab die Gemeindebediensteten informiert, im Anschluss ging eine Aussendung an die Medien und Haushalte hinaus.

"Krone": Wie soll es nun mit Zeltweg weitergehen?
Dullnig: Ich hoffe, dass der Kriminalfall Weber (dem ehemaligen Finanzreferenten wird vorgeworfen, 1,2 Millionen Euro aus der Gemeindekasse an den insolventen Eishockeyverein abgezweigt zu haben, Anm. d. Red.) bald abgeschlossen ist, damit wir wieder konzentriert arbeiten können. Im Gemeinderat steht als nächstes der Budget-Nachtragsvoranschlag auf dem Programm.

"Krone": Angst vor der Auflösung des Gemeinderates?
Dullnig: Es gibt keinen Grund einen Regierungskommissär einzusetzen. Unsere Verschuldung ist minimal.

"Krone": Glauben Sie an die Unschuld Hallers?
Dullnig: Ja, denn es gibt keinen Beweis für das Gegenteil.

Interview: Barbara Winkler, "Steirerkrone"

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