16.10.2020 15:49 |

„Funktioniert gut“

Atomare Abrüstung mit USA: Putin für Verlängerung

Vier Monate vor dem Auslaufen des letzten großen atomaren Abrüstungsvertrags mit den USA hat Wladimir Putin eine Verlängerung um mindestens ein Jahr ohne Bedingungen vorgeschlagen. Das Abkommen habe bislang gut funktioniert, sagte der russische Präsident am Freitag bei einem Treffen mit dem nationalen Sicherheitsrat. Es wäre „äußerst bedauerlich“, wenn er nicht mehr wirksam wäre.

Er schlage daher vor, den gegenwärtigen Vertrag ohne jede Vorbedingung für mindestens ein Jahr zu verlängern, sodass „ernsthafte Verhandlungen über alle Probleme“ geführt werden könnten, sagte Putin.

USA und Russland besitzen 90 Prozent der weltweiten Atomwaffen
Der New-Start-Vertrag (Strategic Arms Reduction Treaty) läuft Anfang Februar aus. Die USA hatten sich zuletzt bereit erklärt, das Abkommen über die Kontrolle von Atomwaffen für eine gewisse Zeit zu verlängern, dafür aber Bedingungen an Russland gestellt. Beide Länder besitzen zusammen rund 90 Prozent der weltweiten Atomwaffen.

Wettrüsten einschränken, Waffen kontrollieren
Putin sagte, das Abkommen habe in den vergangenen Jahren seine Hauptaufgabe erfüllt: das Wettrüsten einzuschränken und Waffen zu kontrollieren. „Es ist klar, dass wir neue Waffensysteme haben, die die amerikanische Seite noch nicht hat“, meinte der Kremlchef. Russland sei aber bereit, auch darüber zu diskutieren.

USA schlagen vor, China in Vertrag aufzunehmen
Läuft der Vertrag aus, fallen alle Beschränkungen für den Einsatz strategischer Atomwaffen. Einem Wettrüsten zwischen USA und Russland stünde nichts mehr im Wege. Die beiden Staaten sind trotz mehrmonatiger Gespräche uneinig über eine Verlängerung des Abkommens. Die USA haben außerdem vorgeschlagen, China in den Vertrag mit aufzunehmen.

Der sogenannte New-Start-Vertrag wurde 2010 unterzeichnet und ist das letzte große Abkommen zwischen USA und Russland zur Kontrolle ihrer Atomwaffen. Er begrenzt die Zahl der stationierten strategischen Atomsprengköpfe auf je 1550 und die Zahl der Trägersysteme auf je 800.

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