Bruder bevorzugt

Kims übergangener Sohn übt Kritik an Machtwechsel

Ausland
12.10.2010 09:34
Der eingeleitete Machtwechsel in Nordkorea von Staatschef Kim Jong Il (mi.) auf seinen jüngsten Sohn Kim Jong Un (re.) stößt innerhalb der Herrscherfamilie auf Kritik. Der älteste Sohn des Machthabers, der in der Nachfolgeregelung offensichtlich übergangene Kim Jong Nam (li.), sagte in einem am Dienstag ausgestrahlten Interview mit dem japanischen Fernsehsender TV Asahi, er persönlich sei gegen die Erbfolge an der Staatsspitze in der dritten Generation.

"Aber ich denke, es gibt einen internen Grund dafür. Wenn das so ist, müssen wir das wohl befolgen." Vor Kim Jong Il hatte bereits dessen Vater Kim Il Sung in dem abgeschotteten Land regiert. Das Interview war am Samstag in Chinas Hauptstadt Peking aufgezeichnet worden.

Kim Il Sung bereits im Rampenlicht
Der jüngste Sohn Kim Jong Un wird als künftiger Nachfolger seines Vaters an der Spitze des Staates gehandelt. Am Sonntag wurde er bei einer pompösen Militärparade zum 65. Jahrestag der Gründung der kommunistischen Partei ins Rampenlicht gerückt.

Zwei Wochen zuvor war er bereits in die Parteiführung aufgenommen und zum Vier-Sterne-General ernannt worden. Dies galt als sicheres Zeichen dafür, dass der durch Krankheit geschwächte 68-jährige Kim Jong Il seinem Sohn den Weg zur Nachfolge ebnet.

Ältester Sohn in Ungnade gefallen
Kim Jong Nam wurde bei der Nachfolgeregelung als ältester Sohn des Staatschefs offenbar übergangen. Er soll bei seinem Vater in Ungnade gefallen sein, weil er im Ausland für peinliche Schlagzeilen sorgte - vor allem, als er 2001 mit einem gefälschten Pass in Japan aufgegriffen wurde.

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