Justizposse in Berlin

Handyraub-Zeuge für 8.000 € aus Sydney eingeflogen

Ausland
07.10.2010 14:45
Justizposse in Berlin: Nach dem Raub seines Handys sollte der 20-jährige Patrick B. in Berlin vor Gericht aussagen. Das Problem: Zum Zeitpunkt der Verhandlung befand er sich in Australien auf einer Sprachreise. Doch anstatt die Verhandlung bis zu seiner Rückkehr im November um einen Monat zu verschieben, ließ das Gericht den Mann einfliegen - für 7.782,34 Euro. Der Täter erhielt drei Tage Arrest, das Handy bekam Patrick trotzdem nicht zurück.

Alles, was Recht ist - aber war das wirklich nötig? Für eine Zeugenaussage von gerade einmal 30 Sekunden musste der junge Patrick B. zwei Mal um den halben Globus jetten. Dabei ging es in dem Prozess nur um ein gestohlenes Handy. Und einen Monat später wäre er sowieso von seiner Australien-Sprachreise nach Deutschland zurückgekehrt. Das berichtete jetzt die "Bild"-Zeitung.

Doch dem Berliner Richter war all das offenbar egal. Auch in Zeiten knapper Kassen und des Klimawandels ließ er den 20-Jährigen von Sydney nach Berlin kommen, damit dieser seine Aussage machen kann.

Economy ausgebucht: Hinflug in der Ersten Klasse
Die Bilanz: 7.782,34 Euro Reisekosten. Allein der 22-stündige Hinflug Sydney - Frankfurt - Berlin schlug mit 6154,73 Euro zu Buche, weil nur noch ein Platz in der Ersten Klasse frei war. Der Rest des Betrags setzt sich aus der vergleichsweise günstigen Rückreise (1327,61 Euro) sowie Tagespauschalen und Aufwandsentschädigungen zusammen. Auf die Erstattung der Hotelkosten verzichtete Patrick.

Der Täter wurde übrigens zu drei Tagen Arrest verurteilt. Das geraubte Handy rückte er jedoch nicht wieder heraus. Sollte der Mann eines Tages zu Geld kommen, wird er die vom Gericht ausgelegten Reisekosten erstatten müssen. Falls nicht, dann bleibt der Steuerzahler auf dem Betrag sitzen.

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