28.09.2020 13:00 |

Fußball

Reiter selbstkritisch: „Ich war da viel zu naiv“

Von der vorjährigen Regionalliga-Lachnummer zur ernsthaften Konkurrenz: Wie der streitbare Ex-Judo-Europameister Patrick Reiter als Manager die Wandlung Bischofshofener SK erklärt und wo der 48-Jähirge selbst Fehler einräumt.

Die Ziele, sagt Patrick Reiter, soll man sich ruhig hoch setzen. Der streitbare Manager des Bischofshofener Sportklubs war Judo-Europameister 1995, Olympia-Starter. „Ich wollte Olympiasieger werden, habe es nicht geschafft. Aber zehn Medaillen auf WM- und EM-Ebene sehr wohl.“ Und die wären vielleicht auch nicht passiert, hätte er die Ziele nicht höher angesetzt. Wie er es vor ein paar Jahren mit dem BSK machte.

Da war von der Bundesliga die Rede. Dort, wo der BSK 1971/72 schon einmal war. Doch nach dem Aufstieg in die Regionalliga Salzburg gab’s im Vorjahr die Ernüchterung: Ein Punkt in 18 Runden, die Lachnummer schlechthin.

Nur drei Punkte hinter der Spitze

Aber heuer haben die Pongauer den Turnaround geschafft. Auch wenn die Tabelle aufgrund vieler Nachträge nicht wirklich aussagekräftig ist: Drei Punkte hinter dem Leader – der BSK ist zu einer ernsthaften Konkurrenz geworden.

Woran liegt’s, Herr Reiter? „Ganz einfach: Wir haben uns in den Spiegel geschaut. Es lag an der falschen Führung der ersten Mannschaft. Das hatte ich zu verantworten. Wir haben den Fehler korrigiert“, meinte der 48-Jährige. Der im Vorjahr unbedingt Heimo Pfeifenberger herlotsen wollte, was nicht gelang. Der nun aber mit Adonis Spica und dessen Vater Damir, der in Bosnien Erstliga-Erfahrung vorweisen kann, höchst zufrieden ist.

„Zudem haben wir Führungsspieler mit der richtigen Mentalität“, spricht er starke Neuerwerbungen an. Wie etwa den Ex-Austrianer Nico Mayer. Oder Elias Kircher, vom SAK gekommen.

Kräfte in Region bündeln
Er ist überzeugt: „Die Rahmenbedingungen für Amateurklubs werden immer schwieriger. Wir müssen da hinkommen, wo Kuchl etwa derzeit schon ist.“ Sprich: aus dem eigenen Nachwuchs Spieler für die Erste zu rekrutieren. Nicht umsonst hat er mit Mario Helmlinger Kuchls Erste-Coach als Nachwuchsleiter engagiert.

Und das Thema Bundesliga: „Das wird nur dann gehen, wenn es gelingt die Kräfte in der Region zu bündeln“, ist Reiter zurückhaltender geworden. Er gibt zu: „Ich bin da viel zu naiv in das Ganze reingegangen.“

Herbert Struber
Herbert Struber
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