26.09.2020 12:28 |

„Justice for Breonna“

Demonstranten blockierten die Brooklyn Bridge

Hunderte Menschen haben Freitagnacht die Brooklyn Bridge in New York blockiert, um für Gerechtigkeit für die erschossene Breonna Taylor zu demonstrieren. Zudem sperrten zahlreiche Radfahrer in der Stadt mit ihren Bikes Straßen ab. Die 26-jährige Sanitäterin war im März bei einem Polizeieinsatz in ihrer eigenen Wohnung in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky getötet worden. Vor Gericht für ihren Tod verantworten muss sich keiner der an dem Einsatz beteiligten Polizisten.

Drei Polizisten sollten im März tief in der Nacht einen Durchsuchungsbefehl ausführen. Nach Erkenntnissen einer Untersuchung klopften sie an der Tür und gaben sich als Polizei zu erkennen. Dafür fanden Ermittler in dem Mehrfamilienhaus einen Zeugen. Breonna Taylors Freund hörte das allerdings nach eigenen Worten nicht. Als die Polizisten die Tür aufbrachen, schoss er einen von ihnen am Bein an - weil er sie für Einbrecher gehalten habe. Daraufhin eröffneten die Polizisten das Feuer und töteten die unbewaffnete Taylor, während sie ihren Freund verfehlten.

Am Mittwoch wurde nun nur einer der drei Polizisten angeklagt - aber nicht wegen der Schüsse auf Taylor. Ihm wird „mutwillige Gefährdung“ vorgeworfen, weil einige seiner Kugeln auch Nachbarwohnungen getroffen hatten. Der Einsatz in Taylors Apartment wurde dagegen als rechtens eingestuft, weil die Polizisten sich verteidigt hätten.

Anwalt will Informationen zu Gerichtsentscheidung
Der Anwalt von Taylors Familie will nun mehr Informationen von den Behörden. Vor allem müssten Mitschriften der Beratungen veröffentlicht werden, bei denen entschieden wurde, die drei Polizisten nicht wegen des Todes von Taylor anzuklagen, sagte Anwalt Ben Crump am Freitag. Die Entscheidung war von einer sogenannten Grand Jury getroffen worden, einer Gruppe von Geschworenen, die anders als bei einem Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten.

Eine zentrale Frage sei laut dem Anwalt, ob die Grand Jury von den Ermittlungsbehörden alle Informationen bekommen habe - etwa die Aussagen von den zwölf anderen Nachbarn, die ebenfalls nicht gehört hätten, dass die Polizei sich zu erkennen gegeben habe. Es läuft auch weiterhin eine Untersuchung zu den Umständen, unter denen der Durchsuchungsbefehl ausgestellt wurde.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).