26.09.2020 10:47 |

Wenn Welt nichts tut

WHO hält über 2 Millionen Covid-Tote für möglich

Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor einem weiteren massiven Anstieg der Todeszahlen durch das Coronavirus. Die Zahl von zwei Millionen Todesopfern sei sogar „sehr wahrscheinlich“, wenn die Weltgemeinschaft einer Ausbreitung des SARS-CoV-2-Erregers nicht entschieden entgegentrete, sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan am Freitagabend in Genf. Diese düstere Zukunft sei aber abwendbar - Ryan pocht wie die meisten Experten weltweit auf Hygiene, Abstand, Masken, Testungen, Quarantäne und Contact Tracing. 

Die Frage, die sich ihm stelle, sei: „Sind wir bereit, multilateral, global so zusammen zu handeln, dass wir dieses Virus kontrollieren, anstatt dass es unser Schicksal kontrolliert?“ Dann könnte man die Pandemie ein Stück weit in den Griff bekommen, aber „wenn wir dies nicht tun und die Art, den Umfang und die Intensität unserer Zusammenarbeit nicht weiterentwickeln, dann, fürchte ich, müssen wir uns auf eine solche Zahl einstellen - und bedauerlicherweise womöglich noch eine größere“, so der WHO-Direktor für medizinische Notfälle.

UNO-Generalsekretär: „Virus weitgehend außer Kontrolle“
Ähnlich hatte es UNO-Generalsekretär Antonio Guterres am Vortag ausgedrückt. Er übte vor einer Sitzung des Sicherheitsrates scharfe Kritik am internationalen Umgang mit der Krise. „Die Pandemie ist ein eindeutiger Test für die internationale Zusammenarbeit - ein Test, den wir im Wesentlichen nicht bestanden haben“, sagte er in New York. Das Virus sei „weitgehend außer Kontrolle“. Grund dafür sei, dass es bisher weltweit an „Vorbereitung, Kooperation, Einigkeit und Solidarität“ gefehlt habe.

Bald Marke von einer Million Covid-Todesopfer erreicht
Die WHO rechnet damit, dass die Zahl von einer Million gemeldeten Covid-Todesfällen in der kommenden Woche erreicht wird. „Eine Million ist eine fürchterliche Zahl, und damit müssen wir uns auseinandersetzen, bevor wir über die zweite Million nachdenken“, sagte Ryan. Die Zählung der Johns-Hopkins-Universität, die ständig aktualisiert wird und damit den Daten von WHO und UNO meist voraus ist, listet derzeit knapp 990.000 Todesopfer bei mehr als 32,5 Millionen Infizierten weltweit auf.


Impfung derzeit noch eine der größten Herausforderungen

Zu den größten Herausforderungen im Kampf gegen das Coronavirus gehöre für die WHO jedenfalls nach wie vor die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs. Man müsse zur Kenntnis nehmen, dass innerhalb von nur neun Monaten fast eine Million Menschen an dem Virus gestorben sei. Es sei eine „riesige Aufgabe für alle Beteiligten, innerhalb der kommenden neun Monate einen Impfstoff zu finden“.

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